In späteren Jahren gehört der Schulbesuch zumeist nicht zu den beliebtesten Tätigkeiten. Zu Beginn aber ist noch eine enorme Begeisterung zu spüren: Der erste Schultag ist ein bedeutender Moment im Leben eines Kindes. Schon vor vielen Jahren hat sich daher die Tradition der Schultüte entwickelt. Darin finden die neuen Erstklässler zur Feier des Tages Süßigkeiten und ähnliche kleine Geschenke. Tobias Otto und Johanna Kettner verbrachten daher viele Stunden damit, kreative Schultüten für die Kinder von Freunden und Bekannten zu basteln. Dies machten sie so gut, dass sie immer wieder ermutigt wurden, das Projekt zu professionalisieren – was sie dann unter dem Namen „Der kleine Knick“ auch taten.


Auch jeder Löwe bekommt eine der besonderen Schultüten von „Der kleine Knick“. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Drache, Dinosaurier und Einhorn sind die Verkaufsschlager

Das junge Startup vermarktet gefaltete Schultüten in besonderen Designs. Diese müssen von den Kunden aufgefaltet werden und bestechen anschließend durch ihre Dreidimensionalität. Zu Beginn hatte die Firma zwei Verkaufsschlager: Einen Dinosaurier, der speziell für Jungen konzipiert wurde, und das Einhorn Emma. Letzteres ist natürlich auch in der Höhle der Löwen ein interessantes Symbol: Als „Unicorn“ – zu deutsch: Einhorn – werden Startups bezeichnet, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. In diesen Sphären bewegt sich „Der kleine Knick“ natürlich noch nicht. Zumindest konnte inzwischen aber das Sortiment erweitert werden – mit dem Drachen Dagobert und kreativen Ordnungssystemen für den Schreibtisch.

Die Schultüten sind auch als Geschenkverpackung nutzbar

Die beiden Gründer werben zudem damit, dass es sich um ein nachhaltiges Produkt handelt. Denn während normale Schultüten zumeist schnell ausgepackt und dann entsorgt werden, können die dreidimensionalen und selbst stehenden Bastelarbeiten auch später noch als Spielzeug oder Dekorationsobjekt genutzt werden. Das spezielle Geschäftsmodell mit Schultüten hat allerdings einen Nachteil: Die Nachfrage konzentriert sich in der Regel auf wenige Wochen im Jahr. Inzwischen versucht das Unternehmen daher, Drache, Einhorn und Dinosaurier auch als ganzjährig nutzbare Geschenkverpackung zu vermarkten. Es ist davon auszugehen, dass die Löwen genau nachhaken werden, wie erfolgreich dieser Versuch ist – und wie die Zahlen des Unternehmens genau aussehen.

Die Firma wird mit 250.000 Euro bewertet

In „Die Höhle der Löwen“ wagen sich die beiden Gründer, weil sie ihr Angebot durch neue Tiere ergänzen möchten. Außerdem soll der Vertrieb weiter ausgebaut werden. Das Angebot ist für die Löwen allerdings vergleichsweise günstig: Für 20 Prozent der Firmenanteile werden lediglich 50.000 Euro verlangt. Daraus ergibt sich eine Firmenbewertung von 250.000 Euro. Nicht alle Bastel-Startups waren in der Höhle der Löwen allerdings erfolgreich: PaperShape, eine Firma die Tiertrophäen aus Origami anbot, musste den Pitch ohne ein Investment der Löwen beenden. Tobias Otto und Johanna Kettner hoffen, dass ihnen mit „Der kleine Knick“ ein ähnliches Erlebnis erspart bleibt.


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