Die Innenstadt von Stuttgart liegt in einem Talkessel. Dies führt zum einen dazu, dass sich die Stadt nicht beliebig ausbreiten kann. Zum anderen sorgt diese geographische Besonderheit aber auch dafür, dass die Feinstaubbelastung in Stuttgart so hoch ist wie in keiner anderen deutschen Stadt. Da bisher alle ergriffenen Gegenmaßnahmen gescheitert sind, wird ab dem nächsten Jahr ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge gelten. Der Paketzusteller Hermes hat sich die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg also nicht ohne Grund ausgesucht, um dort erstmals den Einsatz von Elektro-Lieferwagen zu testen. Ab Anfang nächsten Jahres will das Unternehmen Pakete in den Innenstädten von Stuttgart und Hamburg emissionsfrei zustellen.


Mercedes will die Lieferung bis zum Jahr 2020 abschließen

Der Konkurrent DHL hat ähnliche Pläne und dafür eigens das Startup StreetScooter GmbH aufgekauft. Hermes hingegen setzt auf die bewährte Kompetenz der deutschen Automobilindustrie und bestellte 1.500 Elektrolieferwagen, die auf den Mercedes-Modellen Vito und Sprinter basieren sollen. Ausgeliefert werden die Fahrzeuge nach und nach bis zum Jahr 2020. Die lange Lieferzeit ist allerdings auch notwendig. Denn bisher gibt es die Lieferwagen von Mercedes offiziell noch nicht mit Elektroantrieb. Erst die nächste Sprinter-Generation, die für das Jahr 2018 geplant ist, soll auch mit Elektromotor erhältlich sein. Ähnlich sieht es bei den Vito Modellen aus. Hermes scheint aber ohnehin eine stufenweise Umstellung auf Elektrolieferwagen zu planen.


Experten sehen viel Potential für elektrische Nutzfahrzeuge

Ab dem Jahr 2025 sollen dann aber alle Zustellungen in deutschen Innenstädten emissionsfrei verlaufen. Dies setzt voraus, dass nicht nur Elektrolieferwagen zum Einsatz kommen, sondern diese auch ausschließlich mit Erneuerbaren Energien aufgeladen werden. Gewerbliche Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind bisher noch eher selten zu finden. Experten sehen darin aber einen Markt mit viel Potential. Denn die Lieferwagen müssen ohnehin keine längeren Distanzen zurücklegen, sodass die benötigte Ladeinfrastruktur nur einmal errichtet werden muss. Ein Startup der RWTH Aachen setzt beispielsweise auf ein solches Konzept und hat mit dem e.GO ein kleines Elektrostadtauto entwickelt, dass vor allem auch von kleineren Firmen genutzt werden soll – beispielsweise Pflegediensten oder Pizzalieferdiensten.

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