Home » Gesundheit » Designer-Baby: Großbritannien erlaubt erstmals Genmanipulation an Embryonen

Designer-Baby: Großbritannien erlaubt erstmals Genmanipulation an Embryonen

Die menschliche Evolution vollzog sich im Laufe von vielen Jahrhunderten auf natürliche Art und Weise. Inzwischen sind Forscher aber theoretisch in der Lage in diesen Prozess einzugreifen. Mit Hilfe von Genveränderungen an den Embryonen kann dabei gezielt Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses genommen werden. Ob dies allerdings ethisch vertretbar ist, wird immer wieder diskutiert. Die Befürworter verweisen darauf, dass so beispielsweise Erbkrankheiten gestoppt werden können. Kritiker hingegen warnen vor der Entwicklung so genannter „Designer Babys“. Dabei könnten Eltern sich dann eine Art Wunschkind zusammenbasteln – und etwa die Haar- und Augenfarbe oder die Intelligenz des Babys bestimmen. Diese Diskussion dürfte nun wieder aufflammen, nachdem Forscher in Großbritannien erstmals die Erlaubnis erhielten, Genmanipulationen an Embryos vorzunehmen.

Gencode Editor in Planung

Die genveränderten Embryonen dürfen nicht bei Frauen eingepflanzt werden

Beantragt hatte die Genehmigung Dr. Kathy Niakan vom „Francis Crick Institute“ im Rahmen eines Forschungsprojekts über Frühgeburten. Die in Großbritannien zuständige „Human Fertilisation and Embryology Authority“ erteilte dann erstmals ihre Zustimmung. Allerdings müssen die Forscher auch Einschränkungen beachten. So dürfen die veränderten Embryonen nicht bei Frauen auch tatsächlich eingepflanzt werden. Vielmehr werden die Modifikationen eine Woche nach der Befruchtung im Labor durchgeführt. Nur dort dürfen die Embryonen dann auch zu Forschungszwecken genutzt werden. Die Produktion von Designer-Babys wurde also keineswegs bereits erlaubt – Kritiker befürchten allerdings, dass durch solche Forschungsarbeiten der Weg dorthin geebnet wird.

Chinesische Forscher haben bereits das Erbgut menschlicher Embryonen verändert

Technisch soll bei den britischen Forschern die relativ neue Genschere CRIPS zum Einsatz kommen. Dabei wird ein Enzym namens „CRISPR-associated proteins (Cas)“ gezielt genutzt, um DNA Sequenzen an bestimmten Stellen aufzutrennen und dort neues Genmaterial einzusetzen. Eine Biotechnologie-Firma plant auf diese Weise etwa eine Form der Leberschen kongenitale Amaurose zu heilen. Diese kann ansonsten zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen. Chinesische Forscher haben zudem bereits tatsächlich in das Erbgut von Embryonen eingegriffen und damit einen Tabubruch begangen. In Deutschland ist diese Art der Forschung explizit verboten: Das Embrionenschutzgesetz sieht dafür Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor.

Quelle: Pressemitteilung dts Nachrichtenagentur

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.


PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Diese Stellenanzeigen könnten dich interessieren


Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>