Der Besuch an der Tankstelle dauert heute in der Regel nur noch wenige Minuten. Sobald der Tank dann gefüllt ist und an der Kasse bezahlt wurde, kann die Fahrt sofort fortgesetzt werden. Anders ist dies allerdings bei Elektroautos. Wenn sich dort die Batterie langsam leert, muss der Fahrer zunächst eine Ladestation finden – und dann unter Umständen recht lange warten bis der Akku wieder aufgeladen ist. Zumindest an den europäischen Hauptverkehrsachsen wollen die deutschen Autohersteller nun aber Abhilfe schaffen: In einem gemeinsamen Kooperationsprojekt soll europaweit eine hohe dreistellige Zahl an Schnellladestationen aufgebaut werden. Innerhalb von zwanzig Minuten kann dort dann eine Reichweite von 300 Kilometern aufgeladen werden.


Bild:  Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0
Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

In den Verhandlungen müssen nur noch Details geklärt werden

Wie die Automobilwoche berichtet, wird das Projekt von den Herstellern VW, Audi, Porsche, Daimler und BMW vorangetrieben. Eine grundsätzliche Einigung wurde dabei bereits erzielt, so dass es in den noch laufenden Verhandlungen nur noch um die Details der Zusammenarbeit geht. Pro Ladestation sind dabei jeweils dreißig einzelne Ladepunkte vorgesehen. Langfristig wäre dann sogar der Aufbau eines ähnlichen Netzes an Ladestationen in den Vereinigten Staaten denkbar. Die Autohersteller sehen die geplanten Investitionen als eine Art Initialzündung, um das Reichweitenproblem der Elektroautos zu lösen. Die mangelnde Reichweite gilt bei vielen Experten als ein Grunde für die schleppenden Verkaufszahlen hierzulande.

Neue Modelle sollen die Reichweite zusätzlich erhöhen

Gleichzeitig sollen neue Modelle dafür sorgen, dass die E-Autos deutlich seltener aufgeladen werden müssen. Auf dem Pariser Autosalon präsentierten daher alle deutschen Hersteller neue Wagen oder Konzeptstudien, die theoretisch Reichweiten von 500 bis 600 Kilometern ermöglichen sollen. Diese Angaben werden zumeist aber nur unter Laborbedingungen erreicht. Im realen Straßenverkehr dürften die Autos aber zumindest rund 400 Kilometer weit kommen. Die deutschen Autohersteller stehen zudem von politischer Seite aus unter Druck. Denn der Bundesrat plant, bereits ab dem Jahr 2030 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen. Gut möglich also, dass sich die Automanager und Kunden in Deutschland schon recht bald vom klassischen Verbrennungsmotor verabschieden müssen.


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