Den deutschen Autobauern wird oftmals vorgeworfen, dass sie zu lange am Konzept des Verbrennungsmotors festgehalten hätten. Deshalb fehle es nun an Expertise und neue Marktteilnehmer wie Tesla hätten sich etablieren können. Dieser Vorwurf ist sicherlich nicht ganz falsch, greift aber auch etwas kurz. Denn zum einen ist noch gar nicht sicher, welche Autohersteller bei der Elektrifizierung des Straßenverkehrs langfristig die Nase vorn haben werden.


Zum anderen sind auch mit dem Bau von Elektroautos einige Fragezeichen verbunden. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang: Die benötigten Rohstoffe für die in den Fahrzeugen verbauten Batterien. Dazu gehören unter anderem Kobalt, Grafit, Lithium und Mangan – was zum Problem werden könnte.

vw-up!
Auch der VW up! ist auf importierte Rohstoffe angewiesen.

Die Nachfrage hat zuletzt stärker angezogen als das Angebot

Denn aktuell müssen die Rohstoffe in Deutschland vollständig importiert werden. Was grundsätzlich kein Problem ist – wenn das Angebot auf dem Weltmarkt groß genug ist. Genau dies bezweifelt allerdings die deutsche Industrie. Denn bisher existieren nur in wenigen Ländern Abbaustätten. Der Grund dafür ist simpel: Die Förderung der Rohstoffe ist mit hohen Belastungen für die Umwelt verbunden. So kommt es etwa, dass sechzig Prozent des jährlich geförderten Kobalts aus dem Kongo stammt. In den letzten Jahren ist zudem – nicht zuletzt durch die gebauten Elektrofahrzeuge – die Nachfrage deutlich stärker gestiegen als das Angebot. Oder anders ausgedrückt: Die Minenbetreiber konnten die Preise deutlich erhöhen.

Höhere Preise könnten weltweit für mehr Abbaugebiete sorgen

Allerdings ist diese Sichtweise nur eine Seite der Medaille. Denn tatsächlich sind die Rohstoffe nicht wirklich selten, sondern es gibt genug potentielle Abbaustätten weltweit. Wahrscheinlich ist daher folgendes Szenario: Durch die erhöhte Nachfrage steigt der Preis zunächst. Dadurch wird aber auch die Eröffnung neuer Abbaustätten attraktiv – und das weltweite Angebot nimmt zu. Letztlich relativiert sich dadurch der vorherige Preisanstieg zumindest teilweise. Eine solche Entwicklung war in der Vergangenheit beispielsweise auch beim Erdöl zu beobachten. Die Europäische Union hat zudem erste Schritte eingeleitet, um den Import sogenannter Blut-Mineralien – bei denen vor allem lokale Warlords vom Abbau profitieren – zu verhindern.


Via: Welt

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.