Die Energiewende ist in Deutschland in vollem Gange. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat nun die Daten der verschiedenen Netzbetreiber ausgewertet und so den diesjährigen Energiemix errechnet. Das Ergebnis bringt dabei aus Sicht von Klima- und Umweltschützern eine erfreuliche und eine eher unerfreuliche Nachricht mit sich. Als durchaus positiv zu vermerken, ist die Tatsache, dass erstmals mehr Strom durch Windkraft erzeugt wurde als mit Atomkraftwerken. Problematisch ist allerdings die weiterhin bestehende Abhängigkeit von Kohlekraftwerken. Denn Braun- und Steinkohle sind auch in diesem Jahr die beiden meistgenutzten Energieträger. Während viele andere Staaten – beispielsweise Kanada – bereits feste Termine für die Abschaltung der Kohlekraftwerke fixiert haben, ist in Deutschland noch kein Ende der Kohleenergie in Sicht.


Viele Windräder bilden in Rumänien einen Windpark

Die klimaschädliche Kohle ist noch immer führend im Energiemix

In konkreten Zahlen bedeutet dies: Es wurden bisher in diesem Jahr 74,25 Terawattstunden Windenergie produziert, während die deutschen Atommeiler insgesamt 73,75 Terawattstunden ins Netz einspeisten. Da der Dezember einer der windreichsten Monate ist, dürfte sich dieses Verhältnis auch in den letzten Wochen des Jahres nicht mehr verändern. Zum Vergleich: Die Kohlekraftwerke produzierten insgesamt 214 Terawattstunden Strom. Dies ist besonders aus klimatechnischer Sicht problematisch, denn das Verbrennen von Kohle setzt deutlich mehr Emissionen frei als alle anderen Formen der Energiegewinnung. Eine Studie kam vor kurzem zu dem Ergebnis, dass stattdessen der intelligente Einsatz von bereits vorhandenen Gaskraftwerken, die Klimaemissionen im Energiesektor um ein Viertel senken könnte.


Acht Terawattstunden mussten ins Ausland exportiert werden

Die Windkraft ist damit auch die mit Abstand produktivste Form der Erneuerbaren Energien. Es folgen die Biomasse mit bisher 44 Terawattstunden, die Solarenergie mit 36 Terawattstunden und die Wasserkraft mit 21 Terawattstunden. Der massive Einsatz von Kohlekraftwerken hat zudem einen weiteren negativen Aspekt. Denn diese benötigen in der Regel mehrere Tage um an- und wieder abgeschaltet zu werden. Dies führt dazu, dass regelmäßig mehr Strom produziert als aktuell benötigt wird. Dieser Überschuss muss dann ins Ausland exportiert werden – was die dortigen Netzbetreiber aber alles andere als erfreut. Dieser sogenannte Stromexportüberschuss lag in diesem Jahr bisher bei rund acht Terawattstunden.

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