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Diabetes: Neuer Therapieansatz aus Magenzellen

Forscher der Harvard University haben einen neuen Therapieansatz für Diabetes entwickelt. Dabei haben sie aus Magenzellen “Mini-Organe” gezüchtet, die dann später im Körper von Mäusen Insulin produzieren konnten.

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Therapie für Diabetes Typ 1

Diese neue Therapieform könnte später bei Patienten mit Diabetes Typ 1 zum Einsatz kommen. Bei dieser Diabetes-Form sind die sogenannten Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse gestört und produzieren kein Insulin mehr. Die Patienten müssen das Insulin künstlich zugeführt bekommen. Schon seit Jahrzehnten versuchen Forscher, die Beta-Zellen von Patienten mit Diabetes Typ 1 zu ersetzen.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Cell Stem Cell” und zeigten, dass die Zellen im Bereich des Pylorus, dem unteren Teil des Magens, großes Potential haben als Ersatz für die beschädigten Beta-Zellen zu dienen. Das Team der Harvard University veränderte Mäuse gentechnisch so, dass sie Gene exprimierten, die Zellen in Beta-Zellen umwandeln können. So konnten sie ermitteln, welche Zellen am besten geeignet sind, um die Bauchspeicheldrüsen-Zellen zu ersetzen.

Es zeigte sich, dass die Zellen des Pylorus am deutlichsten auf eine erhöhten Blutzuckerspiegel reagierten und Insulin produzierten, um den Spiegel zu normalisieren. Die Forscher testeten die Effizienz der Zellen, indem sie die Beta-Zellen von Mäusen zerstörten. Bei einer Gruppe wurden daraufhin die Pyloruszellen so programmiert, dass sie wie Beta-Zellen funktionierten. Die Mäuse in dieser Gruppe hielten ihren Blutzuckerspiegel über sechs Monate konstant, während die Kontrollgruppe innerhalb von acht Wochen verstarb.

Therapie mit Mini-Mägen

Als ersten Schritt, um aus diesen Erkenntnissen eine Therapie für Menschen zu machen, entnahmen die Forscher Gewebe aus dem Pylorus der Mäuse und bildeten aus den umprogrammierten Zellen eine Art Mini-Magen mit einem Durchmesser von bis zu einem Zentimeter. Dieser wurde anschließend wieder in die Bauchhöhle der Mäuse implantiert, deren Beta-Zellen im Anschluss zerstört wurden. Bei fünf der 22 Testmäuse blieben die Blutwerte normal. Die Forscher arbeiten nun daran, die Effizienz der Methode zu verbessern.

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