Diabetes sorgt für eine verzögerte Wundheilung. Das ist unter anderem dem erhöhten Blutzuckerspiegel geschuldet. Dieser führt dazu, dass zerstörtes Gewebe langsamer abgebaut wird um neues Gewebe in der Folge wieder aufbauen zu können. Zudem leiden Diabetiker oftmals an Durchblutungsstörungen, was zuletzt die Anfälligkeit für Infektionen erhöht. Somit können auch schon kleinere offene Wunden am Körper zu einer Gefahr werden. Wissenschaftler der Alexandria University in Ägypten haben nun ein neues Verbandsmaterial entwickelt, dass unter anderem aus Nano-Fasern besteht und die Wundheilung bei Diabetikern deutlich beschleunigt.


Blutvergiftung
Foto: „Bleeding finger“ Crystal (Crystl) aus Bloomington, USA – Flickr CC BY-SA 2.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Pflaster regen die Kollagenproduktion an

Das neue Verbandsmaterial setzt sich im Kern aus Nano-Fasern zusammen, die aus Cellulose-Azetat bestehen. Das ist ein Stoff der in der Herstellung besonders günstig aber auch reißfest ist. Dieses semisynthetische Material kommt bereits bei Zigaretten-Filtern und in vielen weiteren Stoffen zum Einsatz. Die Pflaster können somit auch elektronisch gesponnen werden. Während des Herstellungsprozesses werden kommt es zsätzlich zu einer Implementierung von Silbernanopartikel.

Tests zufolge sorgt die besondere Materialkombination für eine bessere Wundheilung, auch bei Diabetikern. Die Wissenschaftler haben bereits umfangreiche Tests an Diabetiker-Mäusen durchgeführt und konnten ein positives Fazit ziehen. Silber hat die wunderbare Eigenschaft desinfizierend zu wirken. Der Abbau zerstörten Gewebes wird somit unterstützt. Die Wissenschaftler müssen jedoch eine genaue Dosis beachten. Zu viel Nanosilber wirkt toxisch und ist dann wiederum nicht gut für den menschlichen Körper. Eine optimale Dosis, bringt jedoch nur vorwiegend Positives mit sich.


Die Wissenschaftler fassen die Vorteile des neuen Verbandmaterials noch einmal im Fachblatt „International Journal of Nanoparticles“ zusammen. Das Material ist luft- und flüssigkeitsdurchlässig, so dass Flüssigkeiten und damit auch abgestorbene Partikel aus der Wunde heraustransportiert werden können, diese gleichzeitig aber auch einen Schutz erfährt. Bei den Untersuchungen mit Mäusen fanden die Wissenschaftler heraus, dass das mit Nanosilberpartikel versehene Material auch Bakterien abtötet indem die körpereigene Kollagenproduktion in der Haut angeregt wird. Kollagen ist mit einem 30 prozentitegen Anteil der Gesamtmasse aller Proteine das häufigste, im menschlichen Körper vorkommende, Eiweiß.

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