Riesenhamsterratten können vergleichsweise schlecht sehen, wurden dafür aber mit einem extrem guten Geruchssinn ausgestattet. Sie sind daher beispielsweise in der Lage Sprengstoff zu erschnüffeln. Die belgische Hilfsorganisation APOPO möchte den ausgeprägten Geruchssinn nun zudem auf eine andere interessante Art und Weise nutzen: Die Tiere sollen lernen, an Tuberkulose erkrankte Patienten zu erkennen. Bei ersten Tests ließ sich so eine enorme Zeitersparnis realisieren. Ein klassischer Tuberkulose-Test im Labor dauert aktuell bis zu vier Tage, die Ratten hingegen konnten in zwanzig Minuten rund 100 Proben Hustenschleim beschnüffeln und den Auswurf von Patienten mit akuter Erkrankung akkurat bestimmen. Diese können dann umgehend isoliert werden.


Eine 3D-Rekonstruktion der menschlichen Lunge anhand von CT-Bildern. Bild: By AndreasHeinemann at Zeppelinzentrum Karlsruhe, Germany http://www.rad-zep.de (http://www.rad-zep.de,) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons
Eine 3D-Rekonstruktion der menschlichen Lunge anhand von CT-Bildern. Bild: By AndreasHeinemann at Zeppelinzentrum Karlsruhe, Germany http://www.rad-zep.de CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), via Wikimedia Commons

Die Ratten könnten für regelmäßig und kostengünstige Tests sorgen

Zum Einsatz kommen soll die neue Nachweismethode in den Gefängnissen von Tansania und Mosambik. Diese sind zumeist deutlich überfüllt und besitzen nicht die besten hygienischen Verhältnisse. Optimale Bedingungen also für das Tuberkulosevirus, um sich auszubreiten. Eine Massenansteckung kann dabei nur verhindert werden, wenn die entsprechenden Patienten rechtzeitig isoliert werden. Dafür muss allerdings die Krankheit zunächst entdeckt und nachgewiesen werden. Genau hier kommen die Ratten ins Spiel: Diese sollen es ermöglichen, regelmäßige und kostengünstige Tests durchzuführen und so im Ernstfall rechtzeitig reagieren zu können. Trainiert werden die Ratten dabei allerdings nicht von offizieller Stelle, sondern durch die Experten der belgischen Hilfsorganisation.

Eine frühe Diagnose erleichtert die Behandlung und verhindert eine Ausbreitung

Die Krankheit frühzeitig zu erkennen, ist dabei nicht nur wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Vielmehr erleichtert es auch die Behandlung des betroffenen Insassen. Zu den Symptomen der Krankheit gehört dabei ein chronischer Husten mit blutigem Auswurf, Fieber, nächtliches Schwitzen und eine starke Gewichtsabnahme. Unbehandelt führt eine Erkrankung irgendwann zum Tod. Weltweit hat die Zahl der Erkrankungen dabei in den letzten Jahren wieder zugenommen. Auch außerhalb von Westafrika arbeiten Forscher daher an schnelleren Testverfahren zum Nachweis von Tuberkulose. So haben Forscher der Brock University einen auf Nanopartikeln basierenden Test entwickelt, der bei Blutproben innerhalb von zehn Minuten ein Ergebnis liefern soll.


Via: Digitaljournal

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