Die Genschere CRISPR gilt als forschungstechnische Sensation. Mit ihrer Hilfe lassen sich Genstrukturen austauschen, die für Krankheiten verantwortlich sind. Dies ermöglicht ganz neue Möglichkeiten zur Bekämpfung von Krankheiten und fasziniert daher Wissenschaftler in aller Welt. Der Wissenschaftler Feng Zhang von der Havard University hat die Genschere dabei zwar nicht erfunden, durch seine Forschungsarbeit aber deren präzisen Einsatz ermöglicht. Nun geht er noch einen Schritt weiter: Er nutzt die Genschere nicht nur, um DNA zu bearbeiten, sondern bringt diese auch bei RNA zum Einsatz. Der große Vorteil: Die dort vorgenommenen Änderungen sind – anders als bei der DNA – nicht irreversibel. Es wird also nicht immer das komplette Genom verändert, sondern es sind auch leichtere Anpassungen möglich.


Foto: RCSB PDB
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Gezielte RNA-Manipulationen könnten Viren ungefährlich machen

Konkret hat das Team um Zhang dabei ein Molekül namens C2c2 identifiziert, dass in der Lage ist nur die RNA anzugreifen und dort gezielte Veränderungen vorzunehmen. In ersten Versuchen ist den Wissenschaftlern dabei auch bereits eine solche Programmierung des Enzyms erfolgreich gelungen. „Das aufregende an dieser Studie ist, dass es uns die Einfachheit des experimentellen Designs, die CRISPR mit sich bringt, in die Welt der RNA überträgt“, erläutert Zhang seinen neuen Ansatz. Durch die Veränderungen an der RNA könnten beispielsweise Viren oder Bakterien so manipuliert werden, dass sie keine Gefahr mehr für den menschlichen Organismus darstellen.

Mögliche Medikamente würden keine bleibenden Veränderungen hinterlassen

Ein Beispiel für die Anwendung von CRISPR bei der RNA von Patienten könnten beispielsweise maßgeschneiderte Medikamente sein. Diese müssten dann zwar ein Leben lang eingenommen werden, könnten beim Auftreten von Nebenwirkungen aber auch abgesetzt werden – ohne dass bleibende Veränderungen zurückbleiben. Die Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen hat Zheng nun in einem wissenschaftlichen Paper zusammengefasst und im Fachjournal Science veröffentlicht.


Via: New Scientist

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