Solarmodule können natürlich nicht nur auf einem Hausdach installiert werden, sondern theoretisch auch die Fassade eines Gebäudes verkleiden. Wie dies gleichzeitig auch noch ziemlich gut aussehen kann, zeigt aktuell die internationale Schule in Kopenhagen. Dort wurden insgesamt zwölftausend Solarmodule in die Fassade integriert. Diese sorgen für 300 MWh Strom pro Jahr und decken somit in etwa die Hälfte des jährlichen Verbrauchs der Schule. Die Besonderheit der integrierten Solarmodule liegt aber in deren Farbe: Diese sind Seegrün und erinnern somit an die berühmte Statue der kleinen Meerjungfrau in der dänischen Hauptstadt. Farbpigmente kamen dabei allerdings nicht zum Einsatz. Vielmehr wird lediglich ein bestimmtes Farbspektrum des Lichts reflektiert, wodurch die gewünschte Farbgebung erreicht wird.

Foto: EPFL
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Zwölf Jahre Forschungsarbeit führten zu seegrünen Solarmodulen

Einen ähnlichen Effekt sieht man beispielsweise auch bei Seifenblasen im Sonnenlicht. Entwickelt wurde die dahinterstehende Technologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne. Was in der Theorie recht simpel klingt, basiert in Wahrheit auf jahrelanger Forschungsarbeit. So dauerte es von der ersten Idee bis zur serienmäßigen Umsetzung stolze zwölf Jahre. Heute können nun die gewünschten Filter in nanometrischen Schichten auf die Solarmodule aufgetragen werden. Auf diese Weise lassen sich dann nicht nur Module in Seegrün herstellen, sondern auch jede andere mögliche Farbe ist denkbar – von Himmelblau bis Goldgelb oder Ziegelrot. Architektonisch eröffnen sich dadurch ganz neue Möglichkeiten.

Abweichungen im Nanobereich führen zu ungewollten Farben

Die Schweizer Forscher haben auf ihr Verfahren jedenfalls inzwischen zwei Patente angemeldet und mit der Firma Emirate Glass ein Spin-off namens Emirates Insolaire für die Serienproduktion gegründet. Dort werden die Module zunächst in einer Größe von vier mal sechs Metern produziert und können dann einzeln nach den Vorgaben des Architekten zugeschnitten werden. Die für das Auftragen des Filters genutzten Maschinen müssen extrem genau arbeiten. Denn eine Abweichung von nur fünf Nanometern hat bereits Auswirkungen auf die Farbgebung und würde eine gleichmäßige Färbung verhindern. Zunächst hatten sich die Forscher auch nach Partnerunternehmen in Europa umgesehen, doch die meisten Firmen konnten die spezifischen Anforderungen nicht erfüllen.

Via: Daily Planet

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