Wenn auf der Erde eine Maschine kaputt geht, kann diese in der Regel vergleichsweise einfach repariert werden. Im Weltall hingegen können bereits kleinere Probleme zum Komplettausfall eines teuren Satelliten führen. Denn bisher besitzt die NASA keine Möglichkeit, durchs All schwebende technische Geräte wieder instand zu setzen. Die einzige Ausnahme stellt die internationale Raumstation ISS dar, bei der die dort lebenden Astronauten Außeneinsätze zur Reparatur absolvieren können. Für alle anderen Satelliten gilt bisher: Kaputt ist kaputt. Dies soll sich nun allerdings ändern: Denn die Nasa hat einen Reparatursatelliten in Auftrag gegeben, der mit seinen Greifarmen selbstständig Reparaturen im Weltall vornehmen können soll.


Bild: NASA
Bild: NASA

Die Neuanschaffung kostet rund 127 Millionen Dollar

Ganz billig wird allerdings auch die Entwicklung dieses Reparaturservices für den Weltraum nicht. Die US-Behörde hat den entsprechenden Auftrag an die kalifornische Firma Space Systems Loral vergeben. Kostenpunkt des sogenannten „Restore-L satellite“: Rund 127 Millionen Dollar. Die Fertigstellung ist dafür allerdings auch schon für das Jahr 2020 geplant. Der Satellit soll dann neben den Greifarmen auch über ein Reparaturset mit verschiedenen Werkzeugen verfügen und in der Lage sein, selbstständig zu navigieren und zu agieren. Zudem wird die Neuentwicklung über einen Extratank verfügen. Dieser soll es ermöglichen, auch Auftankungen direkt im Weltall vornehmen zu können. Dies könnte beispielsweise beim Rohstoffabbau im Weltraum eine wichtige Rolle spielen.

Reparieren und Auftanken ist günstiger als neu produzieren

Experten vermuten zudem, dass der erste Einsatz des Restore-L Satelliten gleich ein Auftankungsvorgang sein könnte. Denn der Satellit Landsat-7 macht aktuell Satellitenbilder für geologische Zwecke, droht aber mittelfristig aufgrund von Treibstoffmangel den Dienst zu versagen. Ansonsten ist die Technik aber noch gut zu gebrauchen, sodass der Satellit nach dem Auftanken weiter genutzt werden kann. Auf lange Sicht dürfte es dabei günstiger sein, die bereits im All befindliche Technik zu reparieren und regelmäßig aufzutanken, als jedes Mal einen neuen Satelliten ins All zu fliegen. Mit Hilfe seiner Greifarme soll der Restore-L zudem in der Lage sein, auch gefährlichen Weltraumschrott zu packen und zu entsorgen.


Via: Popsci

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