Die U.S.-Navy geht zukünftig mit unbemannten Schiffen auf U-Boot-Jagd

Premiere bei der U.S.-Navy: Im Rahmen einer feierlichen Taufzeremonie wird heute das erste Exemplar der ACTUV-Schiffsreihe in Dienst gestellt. Diese soll dazu dienen, U-Boote aufzuspüren und zu verfolgen. Was auf den ersten Blick wenig spektakulär klingt, stellt in Wahrheit doch eine kleine Revolution dar. Denn die ACTUV-Schiffe können sich autonom auf dem Wasser bewegen und benötigen keine Crew an Bord. Bisher sind die Schiffe allerdings noch unbewaffnet, so dass im Zweifelsfall doch echte Kriegsschiffe zum Einsatz kommen müssen, um U-Boote, von denen eine Gefahr ausgeht, zu neutralisieren. Dennoch könnten die ACTUV-Schiffe einen ersten Einblick geben, wie die Weltmeere zukünftig gesichert werden könnten.

Via: Popsci Copyright: Darpa

Rettungsringe und Schwimmwesten verleihen dem Deck ein authentisches Aussehen

Die rein technischen Maße des Schiffes sind dabei durchaus beeindruckend: Sie sind knapp vierzig Meter lang und rund 147 Tonnen schwer. Im Zweifelsfall kann das Boot dabei auch durch einen Soldaten ferngesteuert werden, die grundlegende Idee ist aber, dass das Schiff die meiste Zeit seine Aufgaben in Eigenregie erledigt. Zu Wartungszwecken und ähnlichen Arbeiten kann das Schiff zudem natürlich auch von Menschen betreten werden. Dies erklärt dann auch die Tatsache, dass sich Schwimmwesten und Rettungsringe an Bord befinden. Positiver Nebeneffekt: Das Boot sieht auf den ersten Blick wie ein ganz gewöhnliches Marineschiff aus. Innerhalb der Navy haben die Schiffe bereits den Spitznamen „Sea Hunter“ erhalten.

Autonome Schiffe könnten auch für die zivile Nutzung von Interesse sein

Interessant ist die Neuentwicklung dabei aus zwei Gründen. Zum einen müssen die unbemannten Schiffe natürlich keineswegs für immer auch unbewaffnet bleiben. Ein Szenario, bei dem sich unbemannte und ferngesteuerte Schiffe auf den Weltmeeren bekriegen, ist also durchaus nicht abwegig. Zum anderen muss die Technik keineswegs dem militärischen Bereich vorbehalten bleiben. Auch in der Frachtschifffahrt beispielsweise könnten unbemannte und autonom fahrende Schiffe für die Reeder durchaus von Interesse sein. Es wäre jedenfalls nicht das erste mal, dass eine militärische Entwicklung anschließend vor allem im zivilen Bereich genutzt wird.

Via: Popsci