Die US-Armee arbeitet an einem U-Boot aus dem 3D-Drucker

Ein U-Boot für die Navy Seals zu bauen, dauert aktuell drei bis fünf Monate und kostet zwischen 600.000 und 800.000 Dollar. Auch die US-Armee ist aber immer auf der Suche nach Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren. Die Navy arbeitet daher mit dem „Oak Ridge National Laboratory“ zusammen, um auszuloten, inwiefern bestimmte Teile kostengünstig mit dem 3D-Drucker produziert werden können. Um die Fähigkeiten in diesem Bereich zu demonstrieren und zu testen, hat das Gemeinschaftsprojekt daher nun einen U-Boot-Demonstrator entwickelt. Dieser wird nicht auf klassische Art und Weise gebaut, sondern von einem „Big Area Additive Manufacturing“ – kurz: BAAM – genannten 3D-Drucker innerhalb weniger Tage produziert.

Die Kosten für die Herstellung liegen rund neunzig Prozent niedriger

Insgesamt benötigten die beteiligten Techniker rund zwei Wochen, um die Idee in die Praxis umzusetzen. In der ersten Woche allerdings wurde das Design des U-Boots entworfen. Schon anhand des Prototypen lassen sich die Vorteile dieser Herstellungsmethode erkennen: So dauerte der eigentliche Fertigungsprozess nur wenige Tage. Theoretisch lassen sich also deutlich mehr Boote in der gleichen Zeit produzieren. Außerdem liegen die Kosten bis zu neunzig Prozent niedriger – ohne dass die Fertigkeiten reduziert werden müssen. Allerdings handelt es sich noch keineswegs um ein einsatzfähiges Tauchboot, sondern um ein Konzeptmodell, das zunächst nur die grundsätzlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen soll. Die Produktion verlief nun aber so erfolgreich, dass die Forscher bereits an einem Nachfolger arbeiten.

Bisher werden 3D-Drucker vor allem für Ersatzteile genutzt

Dabei soll es sich dann um einen ersten Prototypen handeln, der tatsächlich auch in der Flotte zum Einsatz kommen könnte. Die Fertigstellung ist aktuell für Anfang 2019 geplant. Die Navy versucht mit dem Projekt offensichtlich, die Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druckern zu erweitern. Bisher kommen diese nämlich vornehmlich zum Einsatz, um schnell benötigte Ersatzteile herzustellen. So wurde der Flugzeugträger USS Harry Truman mit einem entsprechenden Drucker ausgestattet. Dort produzierten die Soldaten beispielsweise als erstes einen Einfüllstutzen für Treibstoff – wodurch der Vorgang nun schneller und sauberer abläuft. Das nun hergestellte U-Boot ist das größte jemals von der Navy in einem 3D-Drucker produzierte Gerät – zukünftig dürften aber noch zahlreiche ähnliche Projekte folgen.

Via: The Verge