Bis zu einem gewissen Grad lässt sich Demenz verhindern, das wurde in einer Studie deutlich, die 24 anerkannte internationale Wissenschaftler im Rahmen der »Alzheimer’s Association International Conference« präsentierten. Wer sich rechtzeitig darum kümmert, das Gehirn so gesund wie möglich zu halten, hat beste Chancen, der weltweit um sich greifenden Krankheit zu entkommen.


Gehirnareale
Foto: brain lobes, Allan Ajifo, Flickr, CC BY-SA 2.0

Eine kognitive Reserve für das Alter aufbauen

Im Alter benötigt das menschliche Gehirn eine Art kognitive Reserve, ein starkes inneres Netzwerk, das die Funktionen trotz entstehender Schäden aufrechterhält. Diese Reserve lässt sich natürlich nur vor dem Entstehen einer Demenz einrichten, am besten in möglichst jungen Jahren. Bei gründlicher Vorsorge könnte etwa ein Drittel der Erkrankungen verhindert werden, die anderen zwei Drittel sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht beeinflussbar. Dies sind die neun Hauptfaktoren, die das Blatt im Alter wenden können:

– Eine höhere Schulbindung abzuschließen, senkt das Risiko um 8 %.
– Mit dem Rauchen aufzuhören, senkt das Risiko um 5 %.
– Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko um 3 %.
– Depressionen frühzeitig zu behandeln, senkt das Risiko um 4 %.
– Soziale Beziehungen zu leben, senkt das Risiko um 2 %.
– Normaler Blutdruck statt Bluthochdruck senkt das Risiko 2 %.
– Übergewicht loszuwerden, senkt das Risiko um 1 %.
– Typ 2 Diabetes in den Griff zu bekommen, senkt das Risiko um 1 %.


Der nun folgende letzte Punkt dieser Liste liegt leider nicht wirklich in der Hand des Patienten: Wer in mittleren Jahren seine Hörfähigkeit verliert, erkrankt mit 9 % höherer Wahrscheinlichkeit später an Demenz. Fehlendes Hörvermögen verwehrt den Menschen einen großen Teil ihrer kognitiv anregenden Umwelt und führt oft in die soziale Isolation bis hin zur Depression.

Was gut für das Herz ist, ist auch gut für da Gehirn

Viele der genannten Faktoren senken zugleich das Krebs- und Herzerkrankungsrisiko, damit lohnt sich die Umstellung auf eine gesündere Lebensweise gleich dreifach. Auch ein gezieltes, lebenslanges Lernen wirkt sich positiv auf die Hirnstruktur aus, weil sich dabei zusätzliche Reserven bilden, die sich im Alter aktivieren lassen. Die Wissenschaftler halten den Alkoholkonsum und die Art der Ernährung ebenfalls für wichtige Aspekte in der Demenzvorsorge, konnten sich im Rahmen dieser Studie aber auf diese Faktoren nicht konzentrieren. Eines wird jedoch deutlich: Wer auf seine körperliche Gesundheit bestmöglich achtet, sichert sich für das Alter eine gute Chance auf ein funktionierendes Gehirn.

Quelle: bbc.com

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.