Auch wenn die Meldungen in den vergangenen Jahren vielversprechend waren, ist der Kampf der Menschheit gegen den HI-Virus noch nicht gewonnen. Deshalb bleibt es wichtig, auch weiter nach Methoden Ausschau zu halten, die einen Schutz vor der Infektion mit HIV bieten. Ein Team von Forschern der University of North Carolina arbeitet an einer solchen Methode, die auf dem Schutz durch ein bestimmtes Bakterium basiert.


HIV-infizierte T-Zelle
Eine mit HIV infizierte T-Zelle. Foto: HIV-ingected H9 T cell, NIAID, Flickr, CC BY-SA 2.0

Schleim schützt vor Krankheiten

Gewebe mit Schleimhäuten sind das ideale Einfalltor für Krankheitserreger in den den menschlichen Organismus, weshalb die meisten Infektionen auch an Schleimhäuten ihren Anfang nehmen. Um uns davor zu schützen, produziert der menschliche Körper mehr als sechs Liter verschiedener Arten von Schleim pro Tag, der sozusagen als erste Schutzschicht gegen diverse Erreger fungiert.

Unüberwindbar ist diese Barriere jedoch nicht. Das zeigen diverse Krankheiten, von einfachen Erkältungen über sexuell übertragbare Krankheiten bis hin zu gefährlichen Darminfektionen. Die Barriere ist auch von Mensch zu Mensch etwas verschieden, weshalb manche anfälliger für Krankheiten sind als andere.


Mit D-Milchsäure gegen HIV

In der Vagina bezeichnet man die schützende Mukus-Schicht als cervicovaginaler Mukus (CVM). Dieser Schleim enthält viele Mikroben, die das vaginale Klima aufrechterhalten und gegen Eindringlinge vorgehen. Aber der CVM ist nicht nur zwischen verschiedenen Personen unterschiedlich, sondern kann auch bei der selben Person zu verschiedenen Zeiten andere Eigenschaften haben.

Das Team wollte die unterschiedliche Ausgestaltung der Schleimschicht und ihren Zusammenhang mit dem Schutz vor HIV erforschen und begann, bei 31 Probandinnen zu unterschiedlichen Zeiten Proben zu entnehmen. Sie testeten diese Proben dann auf die Fähigkeit, vorher mit UV-Markern gekennzeichnete HIV-Partikel einzufangen. Es stellte sich heraus, dass diese Fähigkeit stark unterschiedlich ausgeprägt war. Die Forscher fanden heraus, dass weder das pH-Level noch das Level von durch Mikroben produzierter Milchsäure mit der Ausprägung der Eigenschaft zusammenhängt.

Allerdings fiel ein direkter Zusammenhang mit dem Molekül D-Milchsäure auf. Frauen mit höherem D-Milchsäure-Level hatten auch eine bessere Fähigkeit, mit ihrem CVM HIV-Partikel festzusetzen. Veantwortlich für die Produktion von D-Milchsäure ist en Bakterium namens Lactobacillus crispatus. Wie sich herausstelle, verlieh Lactobacillus crispatus dem CVM eine gewisse Klebrigkeit, die sich als hilfreich bei der Festsetzung von HIV-Partikeln darstellte. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die schützende Eigenschaft nicht auf Schutz vor dem HI-Virus beschränkt.

Das Team hofft, dass sich aus den gewonnen Daten letztlich ein medikamentös verbesserter Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten für Frauen entwickeln lässt – darunter auch gegen den HI-Virus. Dazu wäre es lediglich notwendig, ein Medikament zu entwickeln, das für ein vermehrtes Vorkommen von Lactobacillus crispatus sorgt.

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