Wer heute auf Safari gehen möchte, muss dazu in der Regel auf den afrikanischen Kontinent reisen. Dies ist aber keineswegs eine naturgegebene Tatsache, sondern vielmehr das Ergebnis eines lange anhaltenden Verdrängungsprozesses. Denn je weiter sich die menschliche Rasse ausbreitete und immer größere Regionen der Welt besiedelte, desto stärker wurden die anderen großen Säugetiere zurückgedrängt. Dieser Prozess sorgte in letzter Konsequenz dafür, dass die großen Säugetiere heute im Normalfall nur noch in dünn besiedelten oder schwer zugänglichen Gebieten anzutreffen sind. Forscher der Universität Aarhus haben nun eine Karte entwickelt, die zeigt, wo die Säugetiere ohne den Einfluss des Menschen heute leben würden.


Die Karte zeigt die weltweite Verbreitung von Säugetieren über 45 Kilogramm jeweils auf einer Fläche von 100 mal 100 Kilometern - und zwar ohne den Einfluss des Menschen. © Soren Faurby
Die Karte zeigt die weltweite Verbreitung von Säugetieren über 45 Kilogramm jeweils auf einer Fläche von 100 mal 100 Kilometern – und zwar ohne den Einfluss des Menschen. © Soren Faurby

Fast ganz Europa bietet gute Bedingungen für große Säugetiere

Dabei haben die Forscher rein auf die klimatischen und geologischen Vorlieben der Tiere geachtet. So sind bestimmte Gebiete – etwa Australien oder die Sahara – schlicht zu heiß oder – etwas Sibirien oder die Arktis – zu kalt. Dort würden also auch ohne menschliche Verdrängung keine größeren Bestände existieren. In anderen Regionen allerdings haben die Forscher durchaus Gebiete ausgemacht, die eigentlich ideale Lebensbedingungen bieten: So zum Beispiel weite Teile Nord- und Mittelamerikas, fast ganz Europa und ein Teil von Südostasien. Dass dort kaum noch große Säugetiere in freier Wildbahn anzutreffen sind, hat also keine natürliche Ursache.

So sieht die Verteilung in der Realität aus. © Soren Faurby
So sieht die Verteilung in der Realität aus. © Soren Faurby

Braunbären mussten in die Berge ausweichen

Dieselbe Beobachtung trifft auch auf unwegsame Gebirgsregionen und stark bewaldete Gebiete zu. Dort sind heute besonders viele der Säugetiere anzutreffen. Auch dies ist aber ausschließlich eine Folge des Ausweichens vor dem Menschen. So ist der Braunbär in Europa nur noch in Bergregionen anzutreffen, weil er in den flacheren und dichter besiedelten Gebieten schlicht ausgerottet wurde. Was passiert, wenn Braunbären doch einmal den menschlichen Siedlungen zu nahe kommen, zeigte sich im Jahr 2006 beim „Problembär“ Bruno. Weil er Haus- und Nutztiere tötete, wurde er als gefährlich eingestuft und zum Abschuss freigegeben.


Via: Online Library

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