Windenergie befindet sich – der Leser verzeihe das schlechte Wortspiel – im Aufwind. Neben Solarenergie handelt es sich um eine der aktuell vielversprechendsten Formen von grüner Energie. Es gibt nur ein Problem. Die großen Windräder sind optisch nicht jedermanns Sache. Ein gemeinsames Projekt mehrerer Unternehmen möchte dieses Problem auf eine ambitionierte Art und Weise lösen: In der Nordsee soll eine große künstliche Insel entstehen, die von Windrädern umgeben ist und Strom für das Festland erzeugen soll.


Künstliche Insel als Zentrum eines großen Offshore-Windparks

Inspiriert wurde das Projekt, das eine Zusammenarbeit der dänischen Firma Energinet sowie der deutschen und der niederländischen Niederlassung des Unternehmens TenneT darstellt, von den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens. Daher auch das Jahr 2050 als Ziel für die Fertigstellung des Projekts, da das Pariser Abkommen bis dahin ambitionierte Ziele gesetzt hat.


Das Projekt sieht die Errichtung einer etwa 5 Quadratkilometer großen künstlichen Insel vor, die den Namen „North Sea Wind Power Hub“ erhalten soll. Auf dieser Insel soll nicht nur ein eigener Hafen, sondern auch ein kleiner Flughafen, eine Solarfarm und ein künstlicher See angelegt werden. Des weiteren soll die Insel Wohnraum für Angestellte bieten. Für das Projekt ist ein Budget von etwa 1,35 Milliarden Euro vorgesehen. Als Standort für die Insel wird Dogger Bank anvisiert, eine große Sandbank etwa 100 km vor der Ostküste Englands. Die Windbedingungen an dieser Stelle sind gut, und außerdem ist die Nordsee hier flach und bietet gute Bedingungen für den Bau von Offshore-Windrädern.

Saubere Energie für sechs europäische Länder

Mittels unter Wasser verlegten Kabeln könnten insgesamt 80 Millionen Menschen in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Norwegen, Dänemark und Belgien mit Windenergie versorgt werden. Außerdem könnte der North Sea Wind Power Hub die Energiemärkte der beteiligten Länder miteinander verlinken und so den Energiehandel erleichtern. Außerdem könnten andere, ähnlich konzipierte Projekte mit einbezogen werden.

This project can significantly contribute to a completely renewable supply of electricity in Northwest Europe„, so Mel Kroon, CEO von TenneT.

Ein weiterer Vorteil des Projekts wäre es, dass mit seiner Hilfe Kosten reduziert werden könnte. Dieses Potential sieht zumindest Peder Østermark Andreasen, der CEO von Energinet: „Offshore wind has in recent years proved to be increasingly competitive and it is important to us to constantly focus on further reduction in prices of grid connections and interconnections. We need innovative and large-scale projects so that offshore wind can play an even bigger part in our future energy supply.

Die Unternehmen wollen sich nächste Woche auf dem North Seas Energy Forum mit Maroš ŠefÄoviÄ treffen, dem Europäischen Kommissar für Energie, um eine trilaterale Vereinbarung zu unterschreiben.

via TheNextWeb

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