Jedes Jahr werden 150 Milliarden Kubikmeter Erdgas einfach abgefackelt. Für die Ölförderer ist dieser wertvolle Energierohstoff einfach nur Abfall. Das Gas vor Ort zu komprimieren, damit man es transportieren kann, ist zu teuer. Ebenso Pipelines. Vor allem, wenn nicht an Land gefördert wird, sondern auf dem Meer. Eine gigantische Verschwendung, die die Umwelt jährlich mit 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid belastet.


Künftig zieht das Kostenargument nicht mehr. Yogesh Surendranath, Chemieprofessor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA und drei seiner Kollegen haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erdgas wirtschaftlich in Methanol umwandeln lässt. Das ist ein flüssiger Chemierohstoff, aus dem sich andere Treibstoffe wie Diesel und Benzin herstellen lässt. Auch Kunststoffe werden daraus produziert.


Der Katalysator wird ständig verjüngt

Bei dem Verfahren der US-Forscher wird ein Katalysator eingesetzt, der den Spaltungsprozess von Erdgas (Methan) in Gang setzt. Während bei bisherigen Verfahren, Methan umzuwandeln, sehr hohe Temperaturen nötig sind, die sehr viel Energie verschlingen, läuft die MIT-Technik bei niedrigen Temperaturen. Außerdem sind die Anlagen, in denen die Umwandlung stattfindet, weitaus kleiner als die heute gängigen.

Der Trick der Forscher: Sie nutzen elektrische Energie, die den Katalysator immer wieder verjüngt, sodass er seine Fähigkeit, Methan zu spalten, über nahezu beliebige Zeit behält. Als Primärprodukte entstehen Methylbisulfate und Methansulfonsäure, die in einem zweiten Schritt in Methanol umgewandelt werden. Weil Methanol flüssig ist und bei normalen Temperaturen und Umgebungsdruck gelagert werden kann, lässt es sich leicht dorthin transportieren, wo es weiterverarbeitet wird.

Erdgas für den Übergang

Anders als US-Präsident Donald Trump glaubt Surendranath, dass der Nutzung erneuerbarer Energien die Zukunft gehört. Erdgas hält er für die Schlüsselenergie zur Überbrückung, denn es emittiert bei seiner Verbrennung pro erzeugter Kilowattstunde weitaus weniger Kohlendioxid als Kohle und Öl. Die Nutzung des bisher eher lästigen Nebenprodukts der Erdölförderung könne die Umwelt zusätzlich schonen.

 

via MIT

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

1 Kommentar

  1. dla

    23. Oktober 2017 at 10:00

    Vielen lieben Dank für eure Artikel, ich würde mir allerdings häufiger Links zu den Primärquellen wünschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.