Smartphone-Nutzer kennen das Problem Wer das Gerät regelmäßig nutzt, der ist am Abend schnell mal an der Leistungsgrenze des Akkus. Die Verlängerung der Batterielaufzeit ist eine große Herausforderung für die Elektronik-Branche. Die Lösung könnte nun in Form eines Pilzes kommen.


Foto:  Portobello, Steve Hobson, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Portobello, Steve Hobson, Flickr, CC BY-SA 2.0

Anoden aus Pilzen

Portobello-Pilze sind die weltweit am meisten angebauten Speisepilze. Und jetzt könnten sie neben leckeren Gerichten noch zu mehr gut sein: Der Verlängerung der Laufzeit von Smartphones und anderen Geräten. Aktuell sind Lithium-Ionen-Batterien die am meisten verbreiteten Batterien, und es ist davon auszugehen, dass dies trotz existierender anderer Alternativen noch eine Weile so bleibt.

Lithium-Ionen-Akkus nutzen Graphit an der Anode, was einen hohen Reinheitsgrad erfordert und so einen Großteil der Kosten der Akkus ausmacht. Graphit-Anoden erodieren außerdem relativ schnell, was zur Abnahme der Akkuleistung führt. Der ideale Ersatz müsste genug Salz enthalten um als Elektrolyt zu wirken, eine poröse Struktur besitzen um Lithium aufzunehmen und natürlich gewinnbar sein.


Forscher der University of Riverside haben diesen Ersatz nun gefunden: Die Haut von Portobello-Pilsen. “With battery materials like this, future cell phones may see an increase in run time after many uses, rather than a decrease, due to apparent activation of blind pores within the carbon architectures as the cell charges and discharges over time”, so Brennan Campbell, der Hauptautor des entsprechenden Papers, in einem Statement. Die Anoden aus der Pilzhaut brauchen ein paar Ladezyklen, um wirklich leistungsfähig zu werden, stellen dann die Konkurrenz aus Graphit aber in den Schatten.

Mehr Energie zu geringeren Kosten

Die Pilzhäute enthalten Kaliumsalz und sind natürlich und in großen Mengen mit geringen Kosten zu gewinnen. Die poröse Struktur wird dadurch erreicht, dass die Häute auf Temperaturen auf über 900 Grad Celsius erhitzt werden. Dabei bilden sich Poren zwischen einem und zehn Nanometer Durchmesser, was der perfekten Größe entspricht, um das Lithium der Akkus aufzunehmen. Die so hergestellten Anoden sind Graphit-Anoden bei weitem überlegen. Mit ihnen werden Akkus günstiger, können mehr Energie speichern und sind umweltfreundlicher.

Erste Studien mit dem neuen Material sind vielversprechend. In Zukunft könnten unsere Smartphones also Bauteile aus Pilzen enthalten. Und so länger nutzbar sein, bevor der Akku leer ist.

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1 Kommentar

  1. Mahee Ferlini

    8. Oktober 2015 at 19:49

    Pilze sind mehr nutzbar als wir am ersten Blick gedacht haben!

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