Schon seit einiger Zeit existiert die Idee, ultraschmale Solarzellen in Kleidung zu integrieren. Mit der dort gewonnenen Energie könnten dann beispielsweise medizinische Geräte am Körper aufgeladen werden. Doch so einleuchtend die Idee auch klingt, rein technisch ist sie gar nicht so einfach umzusetzen. Denn die Solarzellen müssen dafür eine Reihe von Anforderungen erfüllen: Sie müssen flexibel sein, Druck aushalten und dürfen auf Wasser und Schweiß nicht empfindlich reagieren. Japanische Wissenschaftler haben nun erstmals ein Produkt vorgestellt, dass diese Anforderungen erfüllen soll. Dazu haben die Forscher der Firma RIKEN und der University of Tokyo ein selbst entwickeltes und extrem flexibles fotovoltaisches Material mit Parylene-Kunststoff beschichtet und anschließend mit einer zweiten Schicht Kunststoff umhüllt.


Später einmal soll die Kleidung ganz normal gewaschen werden können. Foto: RIKEN

Die Energieeffizienz liegt bei immerhin 7,9 Prozent

Diese dreigliedrige Struktur besitzt verschiedene Aufgaben. Im Inneren wird aus dem Licht Strom gewonnen. Die erste Schicht wiederum sorgt dafür, dass kein Sauerstoff und Wasserdampf eindringt, während die äußere Hülle Wasser abhält – aber natürlich Licht hindurchlässt. Auf diese Weise konnte ein Wirkungsgrad von immerhin 7,9 Prozent erzielt werden. Verglichen mit den Solarmodulen auf dem Dach ist dies nicht besonders viel. Es ist aber deutlich mehr als bei früheren Lösungen im Bereich der Solarzellen für Kleidung. Um die Langlebigkeit ihres Produkts unter Beweis zu stellen, haben sich die Wissenschaftler zudem ein besonderes Experiment einfallen lassen: Sie ließen die Solarzellen zwanzig Zyklen in der Waschmaschine durchlaufen.

Auch Sensoren könnten mit dem gewonnenen Solarstrom betrieben werden

Das durchaus erfreuliche Ergebnis: Selbst nach dieser Belastung behielten die Solarzellen achtzig Prozent ihrer Energieeffizienz. Für den Nutzer vereinfacht dies den Einsatz der Solarzellen in Kleidung enorm: Er kann seine Klamotten abends einfach wie gewohnt in die Waschmaschine stecken – und muss keine besondere Rücksicht nehmen. Perspektivisch ergeben sich für stromproduzierende Kleidung dann noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. So könnten dort dann auch zusätzliche Sensoren eingebaut werden, die verschiedene Daten sammeln. Diese wiederum könnten genutzt werden, um etwa den Gesundheitszustand noch besser überwachen zu können. Dies ist aber noch Zukunftsmusik, zunächst müssen die Forscher ihre Entwicklung erst einmal zur Marktreife bringen.


Via: Treehugger

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