Es ist erstaunlich, was die Entwickler für die verschiedenen Smartphone-Plattformen mit Apps erreichen können. Fitness-Tracking, GPS-Monitoring oder kosmische Hintergrundstrahlung sichtbar machen – es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Das Smartphone wird dem berühmtem Tricorder aus Star Trek immer ähnlicher. Forscher der University of California (UCLA) haben nun einen Aufsatz entwickelt, der aus dem Smartphone ein Fluoreszenzmikroskop macht, das DNA scannen kann.


DNA Scanner UCLA

Mikroskop für den schmalen Geldbeutel

Der Aufsatz wird an der Rückseite des Smartphones befestigt und besteht aus einer Vergrößerungslinse, einer Laserdiode, einem Interferenzfilter und einem sogenannten Dovetail Stage Mount. Die Vergrößerungsfähigkeiten des Aufsatzes gehen soweit, dass er einzelne DNA-Moleküle sichtbar machen kann.


Die Idee des Mikroskop-Aufsatzes für das Smartphone ist nicht neu. Aber bisher ließ sich nichts kleineres als eine einzelne Zelle sichtbar machen. Alle Aufsätze basieren auf einem Vergrößerungssystem, das die Fähigkeiten der im Smartphone eingebauten Kamera nutzt.

Kostentechnisch hält sich das Projekt im Rahmen. Die Herstellungskosten für bisherige Mikroskop-Aufsätze lagen bei etwa 10 Dollar, und dieser hier dürfte da keine Ausnahme machen. Eine Serienfertigung ist unwahrscheinlich, aber das Gerät kann mit einem 3D-Drucker wie beispielsweise dem IdeaBuilder 3D20 von Dremel hergestellt werden. Interessant sind derartige Aufsätze vor allem in Gebieten, in der die medizinische Versorgung mangelhaft ist.

Smartphone-App übernimmt die Auswertung

Das Gerät arbeitet mit einer App, die das Bild an einen Remote-Server der UCLA schickt, der die Länge der DNA-Moleküle misst. Dieser Vorgang dauert weniger als 10 Sekunden.

Allerdings ist der Aufsatz nicht für Laien gedacht. Die Präparate müssen mittels standardisierter Prozesse für das Mikroskopieren vorbereitet werden. Diese Prozesse sind jedoch relativ leicht durchzuführen und sollten selbst in entlegenen Gegenden realisierbar sein.

Das Team will Ärzten unter schwierigen Arbeitsbedingungen helfen

Das Gerät ist nicht für den Heimgebrauch gemacht. Stattdessen will das Team von der UCLA mit dem Aufsatz Ärzten helfen, die unter besonders schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Er könnte fortgeschrittene Diagnostik auch in Gegenden ermöglichen, in denen kein Zugang zu einem Labor möglich ist. Mit dem Mikroskop können beispielsweise mehrere Formen von Krebs oder Erkrankungen des Nervensystems wie Alzheimer diagnostiziert werden.

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