Operationen am Gehirn mit einem wachen Patienten sind nichts Ungewöhnliches. Manche Operationen fordern eine direkte Überprüfung der Hirnfunktionen des Patienten, die nur in direkter Interaktion möglich ist. Genauso alltäglich sind Chirurgen, die im OP Musik hören. Ungewöhnlich wird es, wenn diese beiden Faktoren kombiniert werden. Insbesondere dann, wenn der Patient derjenige ist, der die Musik macht.


Gitarre auf dem OP-Tisch

Mit der Gitarre auf dem OP-Tisch

Derartige Fälle sind inzwischen jedoch bereits zwei Mal vorgekommen. Der erste Fall ist ein Mann namens Robert Frisch, der während einer OP an seinem Gehirn auf einer speziell konstruierten Violine spielte. Natürlich tat er das nicht, um das OP-Team zu unterhalten, sondern um den Chirurgen zu ermöglichen, die Positionierung von Elektroden in seinem Kopf zu überprüfen. Die OP war nötig, weil Frisch durch ein beständiges Zittern daran gehindert wurde, weiter seiner Leidenschaft für Musik nachzugehen.


Ein zweiter Fall wurde nun in Brasilien bekannt. Die Chirurgen des Musikers Anthony Kulkamp Dias hätten sich genauso gut entscheiden können, seine Hirnfunktionen mit Fragen zur brasilianischen Geschichte zu überprüfen. Doch warum nicht die Begabung des Mannes nutzen? Dias spielte während der 9-stündigen Operation, bei dem ihm ein Tumor aus dem Gehirn entfernt wurde, in einer Phase der OP Gitarre. Dies hat zudem den Vorteil, dass sowohl die Funktion des Sprachzentrums als auch die des motorischen Zentrums überprüft werden konnten.

Neben dem Beatles-Klassiker “Yesterday” gab der Patient unter anderem eines seiner eigenen Lieder sowie mehrere brasilianische Volkslieder zum Besten. Die Operation verlief erfolgreich, 90 Prozent des Tumors konnten entfernt werden.

Video: Yesterday auf dem OP-Tisch

https://www.youtube.com/watch?t=17&v=2fIXNA_lT30

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