Wer sich heute mit dem HIV-Virus infiziert hat eine deutlich höhere Lebenserwartung als in der Vergangenheit. Zwar kann die Infektion noch immer nicht komplett geheilt werden. Durch den Einsatz von antiretroviralen Wirkstoffen kann der Ausbruch der in der Regel tödlich verlaufenden AIDS-Erkrankungen aber sehr lange herausgezögert werden. Allerdings müssen die Patienten dazu täglich eine entsprechende Tablette schlucken und regelmäßig ihr Blutbild untersuchen lassen, um gegebenenfalls Anpassungen bei den verwendeten Wirkstoffen vorzunehmen. Bisher mussten sie dazu jedesmal einen Arzt aufsuchen, der die Blutprobe dann aufwendig im Labor untersuchen ließ. Zukünftig könnte dies deutlich einfacher gehen: Wissenschaftler des Imperial College London haben einen USB-Stick entwickelt, der die entsprechende Untersuchung vornehmen kann.


Foto: Imperial College London
Foto: Imperial College London

Das Blut ändert den Säuregehalt des Metalls

Dazu müssen die Patienten lediglich einen Tropfen Blut auf die vorgegebene Stelle des Sticks geben. Dadurch ändert sich dann der Säuregehalt des Metalls, was ein spezieller Chip erkennt und in ein elektronisches Signal umwandelt. Die Ergebnisse können dann an jedem handelsüblichen Computer mit einem USB-Anschluss ausgelesen werden – und zwar in der Regel schon nach rund zwanzig Minuten. Für den Patienten hat dies den Vorteil, dass er sich den Besuch beim Arzt zunächst sparen kann. Erst wenn der Stick eine Veränderung feststellt, muss ein Spezialist aufgesucht werden, um die Behandlung anzupassen. Dies erleichtert den Alltag der Patienten und entlastet die behandelnden Ärzte.

Der Stick könnte auch in ärmeren Weltregionen zum Einsatz kommen

Bisher handelt es sich bei dem neu entwickelten USB-Stick allerdings noch um ein Forschungsobjekt aus dem Labor und noch nicht um ein fertiges medizinisches Produkt. Bei bisher 990 dokumentierten Analysen erreichte der Stick aber immerhin bereits eine Treffsicherheit von 88,8 Prozent. Die beteiligten Forscher sind zudem sicher, diesen Wert zeitnah weiter steigern zu können. Langfristig könnte der USB-Stick dann dazu beitragen, dass weltweit deutlich mehr entsprechende Tests durchgeführt werden. Denn gerade in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt oftmals die Infrastruktur, um regelmäßig den aktuellen Stand der Infektion zu überprüfen. Ein Computer mit USB-Anschluss hingegen ist zumeist vorhanden.


Via: Popsci

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