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Dieses Exoskelett lässt Querschnittsgelähmte wieder laufen

Zu Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2014 sah die Welt voller Erstaunen zu, wie ein querschnittsgelähmter Mann in einem Exoskelett den symbolischen Anstoß ausführte. Bei dem Anzug handelte es sich um einen Prototyp, der deutlich erkennbar nicht für den Endkunden gedacht ist. Die Firma ReWalk Robotics hat jedoch ein Exoskelett im Angebot, das weitaus alltagstauglicher und verspricht damit auch Hoffnung für unzählige querschnittsgelähmte Patienten.

Foto: ReWalk Robotics

Foto: ReWalk Robotics

Exoskelett bringt gesundheitliche Vorteile

ReWalk behauptet, dass es sich bei ihrem Exoskelett um das am besten anpassbare Modell auf dem Markt handelt. Das System wurde entworfen, um Menschen mit kompletter oder teilweiser Lähmung der Beine zu assistieren und ihnen wieder mehr Mobilität zu geben. Es gibt zahlreiche Geräte, die den Patienten Mobilität innerhalb von Krankenhäusern geben, aber das ReWalk-Exoskelett wurde geschaffen, um außerhalb von Krankenhäusern genutzt zu werden.

Neben den offensichtlichen Vorteilen bezüglich der Mobilität der Patienten kann die Lösung vom Rollstuhl als assistierendem Gerät durchaus auch gesundheitliche Vorteile haben. Mehrere von ReWalk durchgeführte klinische Studien legen nahe, dass das Stehen und Bewegen in dem Exoskelett die Blasen- und Darmfunktion der Patienten verbessert, Schmerzen vermindert, zum Verlust von Körperfett führt und chronischer Müdigkeit entgegenwirkt. Das Exoskelett erlaubt den Patienten eine Bewegungsgeschwindigkeit von bis zu 0,71 m/s, was etwa der durchschnittlichen Gehgeschwindigkeit gesunder Menschen entspricht.

Das schnellste je gebaute Exoskelett

Das Exoskelett besteht aus einem Stützgerüst für die Beine, einem Befestigungssystem an der Hüfte sowie einem Rucksack, in dem der Prozessor und der Akku untergebracht sind. Mit einem Beschleunigungsmesser werden geringfügige Lageveränderungen registriert und ausgeglichen. Wenn der Träger sich etwas nach vorne lehnt, interpretiert das System dies als Befehl für einen Vorwärtsschritt. Behält der Patient diese Position bei, wird eine Sequenz von Schritten eingeleitet. Über eine mitgelieferte Smartwatch kann zwischen dem Geh- und Standmodus gewechselt werden.

Es handelt sich bereits um die sechste Generation der ReWalk-Exoskelette. Das Unternehmen wirbt mit erhöhter Bewegungsgeschwindigkeit und einer maximalen Individualisierbarkeit, um das Skelett so gut wie möglich an seinen Träger anzupassen. Angeblich gibt es momentan kein schnelleres Exoskelett auf dem Markt.

Derartige Technologie hat natürlich ihren Preis: 77.000 US-Dollar müssen Interessierte hinlegen, um künftig in einem ReWalk-Exoskelett durch die Stadt laufen zu können. Außerdem hilft das Exoskelett Patienten nicht, deren Lähmung überhalb der Hüfte beginnt. Dennoch handelt es sich um ein spannendes Stück Technologie, das vielen Querschnittsgelähmten ein wenig von ihrer Mobilität zurückgeben kann.

Das Exoskelett von ReWalk im Video: Ein Mann läuft durch New York

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