Die weltweit verbreitete Algenart Botryococcus braunii besitzt eine Besonderheit: Sie besteht zu bis zu 86 Prozent aus langkettigen Kohlenwasserstoffen. Diese wiederum lassen sich in einer Art Raffinerieprozess in Benzin oder Diesel umwandeln. Es handelt sich dann also im wahrsten Sinne des Wortes um Biokraftstoff. Doch dabei gibt es ein Problem: Die Alge wächst nicht schnell genug, um Kraftstoff im großen Stil zu produzieren. Für diese Problematik haben Forscher nun allerdings eine Lösung entwickelt. Sie identifizierten das Gen, das für die Produktion der Kohlenwasserstoffketten verantwortlich ist und planen nun, dieses in schneller wachsende Pflanzen zu implementieren. Konkret handelt es sich dabei um das Gen lycopaoctaene synthase.


Copyright: Texas A&M AgriLife Research photo by Kathleen Phillips
Copyright: Texas A&M AgriLife Research photo by Kathleen Phillips

Auch Tabakpflanzen könnten zukünftig Biokraftstoff produzieren

Zellen der Algenart Botryococcus braunii benötigen rund zwei Wochen, um sich zu verdoppeln. Andere Algenarten sind da deutlich schneller – teilweise läuft dieser Prozess dort innerhalb von nur sechs Stunden ab. Sie sind also deutlich besser geeignet, um großflächig angebaut und weiterverarbeitet zu werden. Aber auch andere schnell wachsende Pflanzen sind ins Visier der Forscher geraten. So denken sie darüber nach, auch aus Tabakpflanzen wertvolle Lieferanten für Biokraftstoff zu machen. Die Vision der beteiligten Wissenschaftler ist dabei klar: Zukünftig soll der Kraftstoff nicht mehr aufwendig aus dem Boden geholt werden, sondern auf dem Feld oder im Wasser angebaut werden.

Die bestehende Infrastruktur kann weitgehend weiter genutzt werden

Allerdings handelt es sich nicht um eine hundertprozentig saubere Form der Energiegewinnung. Denn auch der Biokraftstoff muss weiterhin verbrannt werden, was leichte Umweltbelastungen zur Folge hat. Dafür kann allerdings die bestehende Infrastruktur – beispielsweise Ölkraftwerke oder Tankstellen – weiterhin genutzt werden. Zudem handelt es sich in jedem Fall um eine klima- und umweltfreundlichere Alternative zu den klassischen fossilen Energieträgern Öl und Gas. Bei Biokraftstoff kommt es allerdings immer wieder zu der Diskussion, ob die Ackerflächen nicht besser zur Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden sollen. Zumindest im Falle der Algen könnte man dieser Konkurrenzsituation aus dem Weg gehen und ins Wasser ausweichen.


Via: Popsci

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