Home » Technik » Digitale DNA-Speicherung ermöglicht Datenspeicherung über Jahrhunderte

Digitale DNA-Speicherung ermöglicht Datenspeicherung über Jahrhunderte

Wer in seiner Kindheit Filme auf klassischen Videokassetten aufgenommen hat, kennt das Problem der dauerhaften Datenspeicherung. Denn um sicher zu gehen, dass die aufgenommenen Filme nicht verloren gehen, müssen sie früher oder später auf eine DVD überspielt werden. Aber auch diese garantiert keine unendliche Datensicherheit. Die Natur ist da schon einen Schritt weiter. Sie speichert in der DNA Erbinformationen, die für extrem lange Zeit erhalten bleibt. So haben Forscher bereits 300.000 Jahre alte Bären-DNA ausgelesen. Da liegt es nahe, diese Technik auch zur dauerhaften Speicherung von digitalen Daten zu nutzen. Genau dies war auch die Idee von zwei unabhängigen Forschungsteams an der „University of Washington“ und der „University of Illinois“.

DNA

Kurze Imagefilme wurden als DNA gespeichert

Dazu wird beispielsweise ein digitales Bild zunächst in tausend Einzelstücke zerlegt. Diese wiederum werden dann in tausende kleine DNA-Stränge verwandelt. Mit Hilfe eines vorher festgelegten Schlüssels können die Wissenschaftler dann später die Einzelteile wieder zusammensetzen und erhalten so das ursprüngliche Bild zurück. Auf diese Weise konnten die Forscher aus Illinois beispielsweise einen Teil der Wikipedia-Einträge verschiedener Universitäten als DNA speichern. Mehr noch: Ihnen gelang es sogar einen Teil der Texte als DNA zu bearbeiten und zu verändern. Die Forscher aus Washington hingegen gingen das klassische Videoproblem an und speicherten vier kleine Filme mit Hilfe der DNA-Methode.

Die DNA-Speicherung würde deutlich weniger Platz benötigen

Wie lange die DNA-Speicherung dabei tatsächlich funktioniert hängt nicht zuletzt von der Umgebung ab. Bei Frost funktioniert sie deutlich länger als bei heißen Temperaturen. Ein großer Vorteil ist allerdings auch die Platzersparnis. So wäre es theoretisch möglich alle derzeit vorhandenen digitalen Daten in rund neun Litern DNA-Lösung zu speichern. Bisher allerdings ist es noch vergleichsweise teuer DNA auszulesen. Die Kosten dafür sinken derzeit aber schneller als die Kosten für konventionelle Datenspeicherung. Setzt sich dieser Trend fort, könnte die DNA-Speicherung auch kommerziell interessant werden.

Via: New York Times

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.


PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>