Das Ende einer Partynacht im Jahr 2016 sieht (vor allem in den USA) wie folgt aus: Leicht taumelnd sucht der etwas mehr als angeheiterte Partygänger nach seinem Uber-Auto und verfasst dabei mehr oder minder bedeutende Tweets. Forscher der University of Rochester haben einen Algorithmus entwickelt, der derartige Tweets identifizieren kann, die in einem betrunkenen Zustand verfasst wurden.


Bild:  Johan Larsson, Flickr, CC BY-SA 2.0
Bild: Johan Larsson, Flickr, CC BY-SA 2.0

Tweet-Analyse entlarvt betrunkene Twitterer

Das Team analysierte mehr als 11.000 Tweets mit einem Geotag zwischen New York City und Monroe County im Zeitraum zwischen Juli 2013 und Juli 2014. Aus dieser Sammlung an Tweets filterten die Forscher die Tweets heraus, in denen Begriffe wie “betrunken”, “Bier” oder “Tequila” vorkamen. Die Keywords wurden unterschiedlich gesichtet, sodass der Computer identifizieren kann, ob es in den Tweets tatsächlich um den Konsum von Alkohol geht. Mit einer weiteren Analyse kann das Programm dann herausfinden, ob der Tweet davon handelt, dass der Verfasser betrunken ist und ob er tatsächlich betrunken war. Da die Tweets mit einem Geotag versehen waren, konnten die Wissenschaftler sogar herausfinden, wo die jeweiligen Nutzer tranken. Aus dieser Erkenntnis ließen sich Heat Maps bezüglich den Gegenden mit hohem Alkoholkonsum erstellen.

We can analyze human mobility patterns; we can study the relationship between demographics, neighborhood structure and health conditions in different zip codes, thus understanding many aspects of urban life and environments. Research in these areas and alcohol consumption is mainly based on surveys and census, which are costly and often incur a delay that hamper real-time analysis and response. Our results demonstrate that tweets can provide powerful and fine-grained cues of activities going on in cities”, so schreiben die Forscher in der im Fachjournal arXiv veröffentlichten Studie.


Einsatz des Algorithmus zu präventiven Zwecken

Die Forscher hoffen, dass solch ein Algorithmus eines Tages eingesetzt werden können, um den Konsum von Alkohol über Soziale Netzwerke zu analysieren und Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Mit entsprechend anderen Keywords könnte der Algorithmus auch für andere Projekte eingesetzt werden.

Auch wenn derartige Entwicklungen grundsätzlich zu begrüßen sind, stellt sich bei der ganzen Sache ein Problem mit dem Datenschutz. Zwar sind die veröffentlichten Tweets automatisch der Öffentlichkeit zugänglich, und auch die Nutzung der Geodaten dürfte kein Problem darstellen, da diese aufgrund einer Einstellung seitens des Nutzers veröffentlicht werden. Allerdings dürfte den wenigen Twitter-Nutzern beim betrunkenen Verfassen eines Tweets bewusst sein, was sich damit wirklich anstellen lässt.

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