Manch ein vielversprechendes Medikament kommt nie in die Apotheken, weil es nicht gelingt, den Wirkstoff so gut löslich zu machen, das er vom menschlichen Körper schnell aufgenommen wird. Er liegt als relativ großer Kristall vor, der ausgeschieden wird, wenn sich erst ein kleiner Teil des Wirkstoffs aufgelöst hat und seine heilende Wirkung entfaltet.


Tabletten

Wirkstoffe sind nur nanometergroß

Gemeinsam mit Forschern von zwei amerikanischen und einer Schweizer Hochschule, hat der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Medikamente in Partikel zerlegen lassen, die einen Durchmesser von einigen Nanometern haben (ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter). Diese Teilchen verklumpen nicht, ebenso wenig wie trockenes Speisesalz, sodass diese sich sekundenschnell auflösen, sobald die Hülle, in der sie transportiert werden, beispielsweise durch Magensäure zerfressen ist.


Die Wirkstoffe müssen zunächst aufgelöst werden, etwa in Wasser oder Alkohol. Dann werden sie durch eine feine Düse gepresst. Das Gemisch aus Lösungsmittel und Medikament wird in einen Luftstrom gesprüht, der 600 Meter pro Sekunde zurücklegt, das ist in etwa doppelte Schallgeschwindigkeit. „Durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit der Luft verdampft das Lösungsmittel sehr schnell, und die Moleküle haben keine Zeit, sich zu geordneten Kristallen zusammenzuschließen“, sagt BASF-Forscher Christian Holtze.

Auch für Pflanzenschutz und Lebensmittel geeignet

Der neue Hochgeschwindigkeitsprozess lässt sich auch in anderen Bereichen nutzen, beispielsweise, um Pflanzenschutzmittel herzustellen. Wenn diese in feinster Form vorliegen wirken sie schneller, sodass geringere Mengen genügen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch in der Lebensmittelherstellung sehen die Forscher Einsatzmöglichkeiten. So könnten Aromastoffe aufbereitet werden, die sich in großen Töpfen, wie sie in Großküchen eingesetzt werden, schneller auflösen und die Kochzeit reduziert.

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