Siemens baut in Ägypten drei Erdgaskraftwerke, die mit einer Leistung von jeweils 4800 Megawatt die weltweit größten ihrer Art sind. An den drei Standorten Beni Suef, Burullus und New Capital sind insgesamt zwölf Gasturbinen in Betrieb, 24 sind es im Endausbau. Sie haben eine Leistung von 4800 Megawatt. Die drei Anlagen werden die Stromerzeugungskapazität des Landes nahezu verdoppeln. Das hat immense Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die eine Voraussetzung dafür ist, dass Ägypter zu Hause weiterhin ihr Auskommen finden und keinen Anlass sehen, ihr Land verlassen zu müssen, etwa in Richtung Europa.


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Siemens bringt 10 Prozent mehr Strom ans Netz als vertraglich vereinbart. Bild: Siemens AG, München/Berlin

Jede Dampfturbine wiegt 670 Tonnen

Die Gasturbinen der H-Klasse, so die unternehmensinterne Bezeichnung, haben einen Wirkungsgrad von beinahe 40 Prozent. Damit sind sie die weltweit leistungsfähigsten. Wenn noch, wie geplant, Dampfkreisläufe nachgeschaltet werden, steigt der Wirkungsgrad auf mehr als 60 Prozent. Zum Vergleich: Die besten Kohlekraftwerke kommen auf gut 45 Prozent. Die heißen Abgase der Gasturbinen verdampfen in 24 Abhitzekesseln Wasser, das einen Turbogenerator antreibt. Die erste Dampfturbine, die stolze 670 Tonnen wiegt, ging im Dezember vergangenen Jahres per Schiff auf die Reise nach Beni Suef. Insgesamt werden zwölf Dampfturbinen installiert, die 36 Generatoren zur Stromerzeugung antreiben. Im Mai nächsten Jahres sollen alle Kraftwerke mit Volllast laufen. Sie produzieren gemeinsam Strom für 38 Millionen Menschen.

20.000 Arbeitskräfte und 1,6 Millionen Tonnen Material

Die Dimensionen des Megaprojekts sind enorm: Mehr als 20.000 Arbeitskräfte sind auf den Baustellen der Gas- und Dampfkraftwerke beschäftigt. Sie verarbeiten mehr als 1,6 Millionen Tonnen Material. Partner sind die ägyptischen Unternehmen Elsewedy Electric und Orascom Construction.


Aus Grund des hohen Wirkungsgrades reduziert sich die Erdgasrechnung pro Jahr um 1,3 Milliarden Dollar, wenn man als Vergleichsmaßstab ein älteres Kraftwerk nimmt, das nur mit Gasturbinen ausgestattet ist. Den Brennstoff fördert Ägypten im eigenen Land.

„Erneuerbare“ sollen zunehmen

Obwohl Ägypten von Sonne und Wind verwöhnt wird ist der Anteil erneuerbarer Energie noch gering. Er soll jedoch deutlich steigen. 2020 will das Land 20 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen.

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2 Kommentare

  1. RMN

    2. Februar 2017 at 16:47

    Ich mag mich noch erinnern, dass eines der grössten Gasvorkommen der Erde vor der Ägyptischen Küste entdeckt wurde. Kaum verwunderlich, dass so ein Gigantisches Gas-Kombikraftwerk fertiggestellt wurde. Jedoch sind auch Gasturbinen mit einem Wirkungsgrad von 100% immernoch CO2-Schleudern.

  2. Philipp R

    9. Februar 2017 at 13:12

    Solange die erneuerbaren Energien noch nicht grundlastfähig sind, sehe ich die GuD-Kraftwerke von Siemens aber lieber als Kohlekraftwerke wie in China, auch wenn Aufwindkraftwerke natürlich noch besser wären.

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