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Dresdner Forscher entdecken Heilmittel gegen HIV

Forschern des Uniklinikums Dresden und des Heinrich-Pette-Instituts Hamburg ist, eigenen Angaben im Top-Fachmagazin „Nature Biotechnology“ zufolge, ein Durchbruch bei der Bekämpfung von HIV gelungen. Das Team habe weltweit einen echten Ansatz gefunden die HIV-Infektion nicht nur zu unterdrücken, sondern auch zu heilen. Das Aids-auslösende Virus wird dabei mit einem neuartigen molekularen Skalpell behandelt.

HIV-infizierte T-Zelle

Eine mit HIV infizierte T-Zelle. Foto: HIV-ingected H9 T cell, NIAID, Flickr, CC BY-SA 2.0

Molekulares Skalpell trennt die HI-Viren von den Wirtszellen

Prof. Frank Buchholz vom Universitäts-Krebs-Zentrum der TU Dresden leitete die aktuelle Studie und teilte das Ergebnis auch der Welt mit. Zum ersten Mal in der Geschichte ist es Forschern gelungen HI-Viren in lebenden menschlichen Zellen vollständig zu eliminieren. Gearbeitet wurde dabei mit Blutproben von Aids-Patienten. Mit der Hilfe eines künstlich erzeugten Reparatur-Enzyms (Rekombinase Brec1), das die Forscher auch molekulares Skalpell nennen, kann das Erbgut (Provirus) des HI-Virus aus der Wirtszelle herausgeschnitten werden. Anhand von Versuchen mit den menschlichen Zellen, konnten die Viren in über 90 Prozent der Fälle ausfindig gemacht und entfernt werden.

Das Zeitalter der Genom-Chirurgie rückt näher

„Das Generieren von molekularen Skalpellen wie der Brec1 Rekombinase wird die Medizin verändern. Von dieser Entwicklung werden nicht nur HIV-Patienten, sondern auch viele andere Patienten mit genetisch-bedingten Erkrankungen profitieren. Wir stehen kurz davor, das Zeitalter der Genom-Chirurgie einzuläuten.“, so Prof. Frank Buchholz.

Die von den Wissenschaftlern entwickelten Wirkstoffe sind in der Lage die HI-Viren im Blut der Patienten ausfindig zu machen und diese von den Wirtszellen abzutrennen. Nach diesem Vorgang ist die Zelle geheilt und das Virus faktisch vollständig vernichtet. Wie dem Studien-Bericht weiter entnommen werden kann, treten bei dem neuen Verfahren auch keine zellschädigenden Nebenwirkungen auf. Das ist insoweit begrüßenswert, da¬† einer ersten klinischen Studie in der Folge nichts weiter im Weg steht. Verläuft auch diese Untersuchung erfolgreich, könnte die molekulare Skalpell-Methode auch bei anderen genetischen Krankheiten zum Einsatz kommen und diese gar heilen. Die Forscher sprechen dabei von der Heilung von vererbbaren chronischen Leiden und genetisch bedingten Nervenkrankheiten. Aids sei erst der Anfang. Bis die Prognosen jedoch gänzlich in die Realität gebracht werden, dürften noch einige Jahre vergehen. Dennoch sind die aktuellen Ergebnisse beachtlich und eine tolle Leistung.

Noch im letzten Jahr veröffentlichte die UN einen Bericht, der ein Ende der Aids-Epidemie auf das Jahr 2030 datiert. Diese Einschätzung dürfte nun ein wesentliches Stück näher gerückt sein.

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