Einer aktuellen Studie zufolge schrumpft bei regelmäßigen und vor allem auch jahrelangem Kiffen das Gehirn. Es handelt sich dabei vor allem um den Verlust grauer Gehirn-Substanz, wie die Leiter der US-Studie in einem Bericht festhalten. Der Marihuana-Konsum lässt zum einen das Gehirn schrumpfen, zum anderen nehmen jedoch weitere Areale an Aktivität zu.


Durch Kiffen werden Teile des Gehirns kleiner

Die Erkenntnisse der neuen Marihuana-Studie wurden in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ niedergeschrieben. Zunächst klingt das Ergebnis erschreckend. Wie die Nachrichtenagentur dpa jedoch ergänzt, werden durch den regelmäßigen Marihuana-Konsum im Gegenzug zum Abbau der wichtigen grauen Gehirn-Substanz auch andere Areale im Gehirn aktiver.

Marihuana
Foto: Marihuana Payman CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Marihuana-Konsum fördert die weiße Hirnsubstanz

Die Forscher um die Neuropsychologin Francesca Filbey von der Universität Texas untersuchten insgesamt 48 Erwachsene, die innerhalb der sechs Monate vor Studienbeginn mindestens vier Mal die Woche Marihuana konsumierten. Angewandt wurden dabei drei Magnetresonanztomographie-Methoden. Als Referenz wurden 62 Erwachsene untersucht, die bisher noch nicht einmal Marihuana konsumierten. Im Ergebnis konnte festgehalten werden, dass diejenigen die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum kifften über eine deutlich geringere graue Gehirnsubstanz verfügten als die Nicht-Konsumenten. Ein geringeres Volumen der grauen Hirnsubstanz lässt zudem aktuellen Studien zufolge Rückschlüsse auf eine verminderte Intelligenz zu. Derartige Studien sind jedoch sehr umstritten. Prinzipiell zu sagen, dass Kiffer dumm sind, halten viele Experten für sehr schwammig.


Als Ausgleich zu der reduzierten grauen Hirnmasse konnten die Forscher jedoch auch eine Zunahme der Leitfähigkeit der weißen Hirnsubstanz beobachten. Als weiße Hirnsubstanz werden Nervenfasern bezeichnet, welche die verschiedenen Hirnregionen verbinden. Die erhöhte Konnektivität konnte vor allem bei Probanden festgestellt werden, die verhältnismäßig früh mit dem Konsum von Marihuana begannen. Hält der Marihuana-Konsum jedoch über einen längeren Zeitraum an, fällt auch die Leitfähigkeit der weißen Hirnmasse wieder ab, berichten die Forscher weiter. Das Wechselspiel der Wirkungen von Marihuana auf das menschliche Gehirn ist recht komplex und scheint einen größeren Stellenwert einzunehmen, als bisher angenommen.

Marihuana für Therapie-Zwecke

Cannabis wird seit geraumer Zeit schon als Arzneimittel eingesetzt und unterstützt bei der Behandlung von multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Kachexie. Das arzneiliche Potential wurde bereits im Rahmen umfangreicher Studien festgehalten. Dabei wurde auch die Wirkung von medizinischem Cannabis bei Schmerztherapie, Depressionen, sowie bei gewissen Krebsformen, als auch bei vielen Autoimmunerkrankungen bewiesen. Die medizinischen Aspekte stehen dabei nicht unmittelbar in einem krassen Missverhältnis zu den neusten Marihuana-Studien. So spielt vor allem der Zeitraum, die Menge und auch die Regelmäßigkeit eine übergerordnete Rolle.

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