Die Elektromobilität stellt für die Automobilbranche eine enorme Zäsur dar. Denn bisher entwickelte Expertise kann teilweise nicht mehr zum eigenen Vorteil genutzt werden – was enorme Möglichkeiten für Neueinsteiger eröffnet. So ist es kein Wunder, dass der Markt bisher – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – von einer kompletten Neugründung wie Tesla dominiert wird. Nun hat sich ein weiterer Quereinsteiger zu erkennen gegeben: Der Staubsaugerhersteller Dyson hat offiziell bekannt gegeben, an einem eigenen Elektroauto zu arbeiten. Läuft dabei alles nach Plan, soll ein fertiges Fahrzeug bereits in drei Jahren präsentiert werden können. Dies teilte Unternehmensgründer James Dyson in einem Brief an die Mitarbeiter mit. Dafür ist der Unternehmer auch bereit, tief in die Tasche zu greifen: Bis zu zwei Milliarden Euro Entwicklungskosten sind eingeplant.


James Dyson wird zu den 1.000 reichsten Menschen der Welt gezählt. Foto: By Michiel Hendryckx (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Motivation: Bessere Luft in den Großstädten

Dysons Motivation für ein solch gewaltiges Investment ist dabei recht simpel: Er will eine Lösung für die zunehmende Luftverschmutzung in den Großstädten weltweit entwickeln. So zitiert er eine Studie des Londoner King’s College. Der zufolge verkürzt sich jährlich alleine in London die Lebenszeit von 9.500 Menschen aufgrund der schlechten Luft. In vielen asiatischen Großstädten liegt dieser Wert noch einmal deutlich höher. In diesem Zusammenhang spricht der Unternehmer von dem „größten Umweltrisiko der Welt“. Seine Aufgabe sieht er darin, eine mögliche Lösung zu entwickeln – und hat dabei vor allem die Elektromobilität im Blick. Batterien statt Verbrennungsmotoren sollen während der Fahrt keine Schadstoffe in die Luft abgeben.

Aktuell arbeiten rund 400 Entwickler an dem Projekt

Doch Dyson hat nicht nur eine Vision, sondern auch schon konkrete Schritte zu deren Umsetzung unternommen. So hat das Unternehmen 400 Mitarbeiter zur Entwicklung des Elektroautos unter Vertrag genommen. Teilweise handelt es sich dabei um Ingenieure aus der eigenen Firma, oftmals wurden aber auch Experten aus der Automobilbranche abgeworben. Dieser Prozess ist zudem noch nicht abgeschlossen: Dyson stellt im Bereich der Autoentwicklung weiterhin aggressiv ein. Genauere Details über das sich in der Entwicklung befindliche Auto wollte der Unternehmer aber noch nicht bekannt geben. Er spricht von einem harten Wettbewerb um neue Technologien und fürchtet offenbar, die Konkurrenz könnte innovative Ansätze einfach übernehmen.


Via: The Verge

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