In einem Interview mit dem Donaukurier, sprach Audi-Chef Rupert Stadler über die Zukunft der Elektromobilität. In dem Kontext der Zukunftsstrategie für das Jahr 2025 fielen die Schlagworte „Urbanisierung“, „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“. Bis 2020 möchte Audi allerdings schon drei reine Elektrofahrzeuge anbieten. Zudem wird unter der neuzugründenden Tochter-Firma SDS-Company (Self-Driving-System) ein vollkommen autonom fahrendes Fahrzeug entwickelt. Das neue Unternehmen bezeichnet Stadler als „schneller Brüter“, der außerhalb des Audi-Konzerns als Start-up-Projekt agieren soll.


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E-SUV mit 500 km Reichweite ab 2018

Bis 2018 möchte Audi den bereits im September 2015 angekündigten Elektro-SUV auf den Markt bringen. Der im Q6-Gewand geplante Bolide soll über eine Reichweite von 500 Kilometern verfügen. Audi dürfte damit eine Antwort auf den Tesla Model X 90D liefern. Im Interview sprach Stadler auch von etwas Kleinerem „für die breite Masse“, so soll auch in den „unteren Segmenten“ etwas kommen. Mit der verstärkt forcierten E-Strategie möchte Audi bis 2025 einen E-Auto-Anteil von 25 bis 30 Prozent haben. Das sind in Stückzahlen umgerechnet ungefähr 600.000 Autos.


Audi Q6 E-Tron Konzept via Audi
Audi Q6 E-Tron Konzept via Audi

Brennstoffzellen-Autos ebenfalls weiter im Gespräch

Parallel zu den mit Batterien betriebenen Autos, arbeitet Audi allerdings auch weiter am Brennstoffzellenauto. Stadler zufolge sei das „die konsequenteste Form des elektrischen Fahrens“. Problematisch ist hier allerdings nicht die Technologie, sondern eher die Infrastruktur, ergänzt der Audi-Chef.

Schlankeres Produktportfolio und Wegfall der zweitürigen A1 und A3 Modelle

Der Abgasskandal war ebenfalls Thema. Audi arbeitet hart daran, dass die „Dinge wieder in Ordnung gebracht werden“. So wird der Vorstand „tagesaktuell über den Stand der Abarbeitung auf dem Laufenden gehalten“. Dank diverser „Compliance-Maßnahmen“ soll ein ähnliches Versagen in Zukunft vermieden werden, betont Stadler. Um in der Folge weiterhin eine treibende Kraft im Automobilsektor zu bleiben, erkennt Audi vermehrt auch an die Produktpallette entschlacken zu müssen. So sollen in Zukunft weniger Modell- und Motorvarianten angeboten werden. Auch die zweitürigen Audi A 1 und A3 Modelle könnten im Zuge der Schlankheitskur wegfallen.

Bessere Vernetzung von Produkten, Kunden und Händlern

Zuletzt arbeitet Audi auch an einer digitalen Plattform mit dem Namen „My Audi GmbH“. Diese soll die Produkte, die Händler und auch die Kunden in Zukunft besser miteinander vernetzen. Stadler ist sogar fest davon überzeugt, dass Software-Features in Zukunft zu einem wahren Kaufgrund avancieren können oder Kaufentscheidungen zumindest positiv beeinflussen. So sollen in Zukunft auch Software-Updates Over-the-Air eingespielt werden. Auch hier möchte man mit Tesla gleichziehen. Der Konzern von Elon Musk führte die, per Funkschnittstelle übertragenen, Updates bereits im letzten Jahr ein.

Audi 2025 basiert auf drei Säulen. So müssen wir aus dem Megatrend der Urbanisierung nun die richtigen Technologien ableiten und sie in Angebote packen. Die anderen beiden großen Themen sind Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Rupert Stadler

Das komplette Interview mit Rupert Stadler könnt ihr hier noch einmal aufrufen. In den nächsten Jahren dürfte Audi sicher so manch spannendes Produkt lancieren, die Prognosen sind jedenfalls schon einmal vielversprechend. Nun gilt es sich auch an den Strategieplan zu halten.

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