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E-Autos: Reichweitenvergrößerung durch Akku im Anhänger

Eine große Schwachstelle von elektrisch getriebenen Autos ist die begrenzte Reichweite. Der Tesla S kommt auf 400 km mit einer Akkuladung, doch daneben kommt kaum ein Elektroauto auf viel mehr als 100 km Reichweite. Zwar arbeiten Wissenschaftler fieberhaft an neuen Akkus, die die Reichweite der Elektroautos erhöhen sollen, aber bis dahin bleibt die Reichweite neben dem Preis die größte Schwachstelle der elektronisch getriebenen PKW. Ein Startup aus Stuttgart hatte aber eine Idee, mit der sich die Reichweite jedes Elektroautos erweitern lässt: Das Unternehmen hat einen Anhänger mit integriertem Akku entwickelt.

Foto: Nomadic

Foto: Nomadic

Strom aus dem Anhänger

Zugegeben, besonders elegant sieht diese Lösung nicht aus. Allerdings dürfte sie sich als ziemlich effizient herausstellen. Das Unternehmen Nomadic Power sieht in seinem Konzept einen Akku in einem Anhänger vor, der schlicht und einfach an die Anhängerkupplung gehängt wird und so zusätzliche Energie bereitstellt. Bei maximal 85 Kilowattstunden Kapazität können Wagen wie der BMW i3 so bis zu 400 km mehr Reichweite erlangen. Der Anhänger ist in drei unterschiedlichen Leistungsstufen geplant, sodass die Reichweite um zwischen 100 und 400 km vergrößert werden kann. Vorerst ist der Akkuanhänger mit dem Nissan Leaf, dem BMW i3 und dem Tesla Model X kompatibel.

Dabei soll der Anhänger nicht einfach an die Besitzer von Elektroautos verkauft werden, sondern Nomadic Power plant eine Infrastruktur mit in Deutschland verteilten Stationen. Kunden können also eine Station anfahren, den Anhänger an ihr Auto anhängen und dann einfach an der nächsten Station austauschen, wenn die Kapazität ausgereizt ist. Somit hat der Kunde innerhalb kürzester Zeit die Reichweite seines Wagens wieder hergestellt.

Clevere Lösung für eines der Hauptprobleme von Elektrorautos

Das Konzept erhielt bisher viel Zuspruch und wird im Rahmen eines Forschungsprojekt der EU von Steuergeldern unterstützt. Insgesamt hat das junge Unternehmen bereits zwei Millionen Euro an EU-Geldern eingestrichen. In einer weiteren Finanzierungsrunde möchte das Unternehmen weitere 6 Millionen Euro erhalten. Nomadic Power hat seinen Hauptsitz in Stuttgart, unterhält aber ebenfalls einen Firmensitz im kalifornischen Palo Alto im Herzen des Silicon Valley. Dementsprechend soll der Akku-Anhänger auch in Deutschland und Kalifornien auf den Markt kommen. Neben dem Anhänger als Kernkonzept sollen auch weitere Dienstleistungen rund um das Thema Elektroauto angeboten werden, wie beispielsweise ein Pannenservice und ein spezieller Ladeservice.

Optisch ist die Lösung von Nomadic Power sicher gewöhnungsbedürftig. Aber bis das Akkuproblem effektiv gelöst ist, kann das Unternehmen eine simple und effektive Lösung anbieten. Die ersten sechs “Nomads” (so wurden die Anhänger getauft) sollen bereits 2017 ausgeliefert werden.

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2 Kommentare

  1. Effiziente Lösung ?
    Man nimmt einen Anhänger der wiederum Gewicht hat um damit weiter zu fahren?
    Das ist doch ein Teufelskreis, ähnlich bei der Raumfahrt um mehr Last zu befördern brauch man mehr Treibstoff der wiederum verursacht mehr Gewicht und so weiter.
    Stelle ich mir besonders in der Stadt wo man schon wenig Parkfläche hat.

  2. Die Idee ist nicht wirklich neu. Glaub das ist 30 Jahre her, wo die Rheinbahn in Düsseldorf das mal im Busverkehr getestet hat. War auch einfach nur zu kompliziert…
    Außerdem ist aktuell ja der Preis von den Akkus mehr ein Problem.

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