Mercedes-Benz und die Deutsche Post haben bereits damit begonnen, auch im Transportwesen reine Elektrofahrzeuge zu etablieren. Dabei handelt es sich aber um Lieferwagen und Kleinlastwagen. Die Schweizer Firma Ciments Vigier SA hingegen setzt auf ein deutlich größeres Elektroauto: Einen Muldenkipper mit einem Gewicht von 45 Tonnen und einer Transportkapazität von 65 Tonnen. Zum Einsatz kommen soll das elektrifizierte Ungetüm auf einem Steinbruch der Firma. Dort wird der umgebaute Komatsu 605 HD Steine aus dem höher gelegenen Abbaugebiet herunter zur Förderanlage fahren. Durch den eingebauten Elektromotor können dabei jährlich erhebliche Mengen an Diesel eingespart werden. Die Planungen der beteiligten Ingenieure gehen aber noch darüber hinaus: Das Fahrzeug soll sogar Strom in das öffentliche Netz einspeisen können.


Das Gesamtgewicht des Fahrezugs inklusive Ladung kann bis zu 110 Tonnen betragen. Foto: Andreas Sutter, Lithium Storage GmbH

Der tägliche Energieüberschuss beträgt rund 200 Kwh

Möglich wird dies durch die Nutzung der Bremsenergie, die aufgefangen wird und genutzt wird, um den Akku wieder aufzuladen. Dieses Prinzip existiert bei quasi allen Elektro- und Hybridfahrzeugen. Die Besonderheit des E-Dumpers besteht nun in der smarten Umsetzung. Denn der Transporter fährt stets schwer beladen den Hang hinab – und leer wieder hinauf. Den Berechnungen der beteiligten Entwickler zufolge hat dies den Effekt, dass auf der Abfahrt mehr Energie gewonnen wird als bei der Fahrt den Berg hinauf. Pro Tag mit jeweils zwanzig Fahrten soll so immerhin ein Überschuss von 200 Kwh gewonnen werden. Gespeichert wird dieser in einer 4,5 Tonnen schweren Batterie, deren Kapazität in etwa der von acht Batterien eines Tesla Model S entspricht.

Steigungen von bis zu 13 Grad sind kein Problem

Entwickelt wurde das Fahrzeug von zwei Schweizer Firmen – der Kuhn Schweiz AG und der Lithium Storage GmbH – in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachhochschulen. Theoretisch kann der Muldenkipper natürlich auch an vielen anderen Standorten zum Einsatz kommen. Dort müsste er dann aber vermutlich regelmäßig aufgeladen werden. Erste Praxistests haben gezeigt, dass der E-Dumper auch unter extremen Umweltbedingungen voll funktionstüchtig ist und Steigungen von bis zu 13 Grad problemlos bewältigen kann. Im Realbetrieb wird der erste E-Dumper ab diesem Herbst zum Einsatz kommen. Mehrbedarf ist zudem bereits vorhanden: Erweist sich der Einsatz als erfolgreich, sollen bis zu acht elektrichte Muldenkipper für den Steinbruch bestellt werden.


Via: Treehugger

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