E-ELT: In Chile wurde der Grundstein für das größte optische Teleskop der Welt gelegt

Vor rund 400 Jahren richtete Galileo Galilei sein Fernrohr in Richtung Himmel und entdeckte unter anderem, dass die Venus sich um die Sonne – und nicht um die Erde – drehte. Seitdem wurden in der Weltraumforschung zahlreiche weitere bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Auch heute gibt es aber noch zahlreiche offene Fragen. Einige davon soll zukünftig ein neues Riesenteleskop in Chile beantworten helfen. Wie groß das Teleskop werden soll, zeigt dabei eine simple Zahl: Der größte Spiegel wird einen Durchmesser von 39 Metern haben. Bisher galten Teleskope mit rund zehn Meter großen Spiegeln als weltweit führend. Nun wurde feierlich der Grundstein für das Projekt gelegt, die Eröffnung ist für das Jahr 2024 geplant.

So soll das Riesenteleskop später einmal aussehen. Bild: ESO / L. Calçada

Die Entstehung von Galaxien und die Suche nach außerirdischem Leben

Forscher aus aller Welt haben bereits Pläne entwickelt, um mithilfe des Riesenteleskops Beobachtungen durchzuführen und Vermutungen zu überprüfen. Besonders interessant dürfte die Suche nach Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems sein. Und die Frage, ob es dort möglicherweise außerirdisches Leben gibt. Außerdem sollen beispielsweise schwarze Löcher genauer unter die Lupe genommen werden. Auch die Entstehung von Galaxien in der Frühzeit des Universums kann mithilfe des Teleskops genauer untersucht und besser verstanden wissen – so jedenfalls die Hoffnung der beteiligten Forscher. Die Bilder des E-ELTs in Chile werden in jedem Fall rund 16-mal schärfer ein als die des Weltraumteleskops Hubble.

Deutschland gehört zu den größten Geldgebern des Projekts

Errichtet wird das größte optische Teleskop der Erde auf dem Berg Cerro Armazones in einer Höhe von 3048 Metern. Organisiert wird der Bau von der Forschungsgemeinschaft der Europäischen Südsternwarte Eso. Die Wahl des Standorts in Chile war dabei kein Zufall: Die Wetterbedingungen dort ermöglichen eine exzellente Sicht in den Weltraum – weshalb die Eso dort auch bereits drei weitere, kleinere Teleskope betreibt. Das E-ELT ist als internationales Projekt geplant und wird von insgesamt 16 Staaten finanziert. Zu den größten Geldgebern gehörten Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Allein für die erste Bauphase wird mit Kosten von mehr als einer Milliarde Euro kalkuliert. Später sollen dann aber auch Forscher aus unbeteiligten Ländern Zugang erhalten können.

Via: New Atlas