Wenn alles nach Plan läuft, können die Forscher in der deutschen Neumayer-Station III in der Antarktis ab Ende Februar frischen Salat essen und dabei noch einen Beitrag zur Wissenschaft leisten. Denn das „Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)“ wird in unmittelbarer Nähe der Anlage ein ganz besonderes Gewächshaus errichten. Dort soll der Weltraumexperte Paul Zabel ein Jahr lang Obst und Gemüse anbauen.


Neu ist dieser Ansatz nicht: Aktuell gibt es in der Antarktis zehn Gewächshäuser, die für frisches Essen für die Polarforscher aus aller Welt sorgen. Keines davon funktioniert aber wie der Neubau der DLR. Dieser kommt nämlich ohne Erde aus. Stattdessen werden die Pflanzen mit einer Nährstofflösung versorgt.

Außerhalb des Gewächshauses ist das Wetter eher ungemütlich. Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Der jährliche Ertrag soll genauer bestimmt werden können

Außerdem wachsen sie komplett unter künstlichem Licht auf, während Luft und Wasser immer wieder aufbereitet und in einem geschlossenen Kreislauf gehalten werden. Lediglich die benötigte Energie wird von der benachbarten Forschungsstation abgezweigt. Interessierten Beobachtern dürfte nun klar sein: Das spezielle Gewächshaus eignet sich nicht nur für den Einsatz in der Antarktis, sondern könnte auch bei zukünftigen Weltraummissionen zum Einsatz kommen. Bei einer geplanten Besiedlung des Mars etwa, müssten die Bewohner ihr Essen auf ähnliche Art und Weise anbauen. Dafür ist es aber wichtig zu wissen, wie viel Energie so ein Gewächshaus benötigt und wie groß der jährliche Ertrag wirklich ist.

Auch in der Wüste wäre ein Einsatz denkbar

Dies soll nun im Rahmen des Experiments in der Antarktis herausgefunden werden. Klar ist: Auf dem Mond oder dem Mars kann das Gewächshaus natürlich nicht auf eine externe Energiequelle zurückgreifen. Stattdessen müssten dort regenerative Energien genutzt werden – etwa mithilfe von Solarmodulen. Im Anschluss an die einjährige Testphase soll geschaut werden, ob sich das Konzept bewährt hat und in welchen Bereichen es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Auch für das Leben auf der Erde könnte das innovative Gewächshaus eine Bedeutung erlangen. Die Köpfe hinter dem Projekt betonen, dass so auch Obst und Gemüse in eigentlich unwirtschaftlichen Gebieten angebaut werden kann – etwa der Wüste rund um Dubai.


Via: DLR

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