Jedes Medikament hat potentielle Nebenwirkungen. Normalerweise handelt es sich um eher unangenehme Dinge wie Fieber, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme. Gelegentlich haben Medikamente auch potentiell tödliche Nebenwirkungen. Aber genauso gibt es Arzneimittel, deren Nebenwirkungen durchaus willkommen sind. So kann Viagra beispielsweise gegen bestimmte Herzprobleme helfen. Eine ähnliche Entdeckung machten Forscher des Sidney Kimmel Cancer Center der Thomas Jefferson University bezüglich des Diabetes-Medikaments Metformin. In der Studie fanden sie heraus, dass das Arzneimittel den Tod von Tumorzellen begünstigt.


Foto:  Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Metformin tötet Krebszellen

Die erste Spur, die letztlich zu der Entdeckung führte, fanden Forscher während einer Studie an Diabetes-Patienten, die mit Metformin behandelt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass diese Patienten eine erhöhte Chance hatten, sich von Hals-und-Kopf-Tumoren zu erholen als Patienten, die kein Metformin einnehmen. Während der dreijährigen Studie nahm sich das Team des Sidney Kimmel Cancer Center der Sache an und untersuchte sie an 39 Patienten ohne Diabetes. Während dieser Untersuchung lernte das Team eine Menge darüber, wie Metformin die Biologie von Krebszellen beeinflusst.

Die Forscher testeten die Tumorzellen der Patienten vor und nach der Behandlung mit Metformin. Die Dosis entsprach dabei etwa der Hälfte derer, die Diabetes-Patienten erhalten. Dabei stellten sie zwei Dinge fest: Zum einen verstarben die Tumorzellen bei den mit Metformin behandelten Patienten deutlich schneller, und zum anderen hemmte das Metformin krebsfördernde Fibroblasten in der Umgebung der Tumorzellen, wodurch deren Fähigkeit gebremst wurde, sich zu vermehren und zu metastasieren.


Offenbar beeinflusst das Metformin die Signalwege, die Krebszellen zur Energieversorgung benötigen. Außerdem verändert der Wirkstoff die Mikroumgebung der Tumorzellen. „Because tumors need a lot of energy to grow quickly, throwing a wrench in their energy-production pathway makes this kind of cancer more susceptible to standard therapies„, so Joseph Curry, der Erstautor der Studie.

Weitere Forschung soll Metformin für die Krebstherapie etablieren

Metformin wird schon seit langem zur Diabetes-Therapie benutzt und hat eine allgemein gute Verträglichkeit und eine lange Geschichte als relativ sicheres Medikament. Nur wenige der im Rahmen der Studie mit Metformin behandelten Patienten entwickelten ungewollte Nebenwirkungen. Bei den Nebenwirkungen, die festgestellt wurden, handelte es sich um harmlosere Dinge wie Verdauungsschwierigkeiten.

“This study demonstrates that metformin has effects on head-and-neck cancers, at safe doses, that are at or lower than what is given to diabetic patients and that it changes head-and-neck tumor biology in a way that likely makes the cancer easier to kill„, erläutert Ko-Autorin Madalina Tuluc.

Die Ergebnisse der klinischen Studie sind vielversprechend. Allerdings muss noch viel passieren, bevor die Behandlung mit Metformin eine anerkannte Krebstherapie werden kann. Im nächsten Schritt wollen die Forscher eine Phase-II-Studie mit mehr Patienten durchführen.

via Futurism

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1 Kommentar

  1. hase

    31. Januar 2017 at 14:25

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