Momentan bleiben Astronauten in der Regel nicht viel mehr als sechs Monate auf der Internationalen Raumstation. So war die Italienerin Samantha Cristoforetti in der ersten Hälfte dieses Jahres zwar mehr als 194 Tage im All und stellte damit einen neuen Rekord für Frauen im Weltall auf. Dies geschah aber eher ungeplant, weil Versorgungsflüge nicht wie geplant funktionierten und deswegen auch ihr Rücktransport verschoben wurde. Bei einer von der US-Raumfahrtagentur NASA ins Auge gefassten Marsmission allerdings müssten sich die Astronauten auf ganz andere Zeiträume einstellen.


ISS
Das Shuttle Endeavour im Anflug auf die ISS (Foto: NASA)

Marsmissionen dürften mehr als zwei Jahre dauern

Alleine der Hinflug nähme dabei wohl rund acht Monate in Anspruch. Damit sich dies lohnt, müssen die Weltraumforscher dann natürlich auch einige Zeit auf dem Planeten verbringen, bevor sie die lange Heimreise antreten. Alles in allem ist daher mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren zu rechnen. Dies bringt allerdings nicht nur physische Probleme mit sich, weil der menschliche Körper nicht für das Leben in der Schwerelosigkeit gemacht ist. Hinzu kommen auch ganz banale Alltagsprobleme: Wenn man über Jahre hinweg nur auf sehr beengtem Raum mit immer denselben Leuten lebt, kommt es fast unweigerlich zu Streitigkeiten.

Unvermeidliche Konflikte müssen schnell gelöst werden

Schon seit einiger Zeit arbeitet die NASA daher mit Isolationsexperimenten, in denen das menschliche Verhalten in solch außergewöhnlichen Situationen untersucht werden soll. Das bisher längste Projekt startete nun auf Hawaii. Dort wurde eine Kuppel mit einer Höhe von sechs Metern und einem Durchmesser von elf Metern errichtet. Sechs Freiwillige sind dort für ein Jahr eingezogen und halten nur über einen limitierten Internetzugang Kontakt zur Außenwelt. Erste wissenschaftliche Ergebnisse des Experiments sollen in einem Jahr vorliegen. Aus bereits absolvierten, kürzeren Experimenten scheint aber klar zu sein: Konflikte werden sich nicht vollständig vermeiden lassen. Es geht vor allem darum, Mechanismen zu entwickeln, um diese möglichst schnell beizulegen.


Via: DigitalJournal

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