Einkaufen ohne Abfall: Zero Waste Lebensmittelgeschäft eröffnete in London

Ingrid Caldironi glaubte lange, dass zum modernen Lebensmitteleinkauf ganz automatisch eine gewisse Abfallmenge gehört, doch inzwischen hat sich ihre Meinung deutlich geändert. Durch die Lektüre des Zero-Waste-Blogs »Trash is for Tossers« öffneten sich ihr die Augen und sie versuchte, ihr Leben möglichst müllfrei zu gestalten. Doch die konventionellen Lebensmittelgeschäfte machten ihr allzu oft einen Strich durch die Rechnung.

Obst und Gemüse kaufen ganz ohne Plastik / Foto: Wall_Food_10074, Michael Stern, Flickr, CC BY-SA 2.0

In alten Zeiten kam man auch ohne Plastikverpackungen aus

Die findige junge Frau sah sich selbst in der Pflicht und eröffnete nun mit dem Bulk Market den ersten Zero-Waste-Lebensmittelladen Londons. Er befindet sich im Stadtteil Hackney und zieht dort nicht nur Menschen an, die sich schon immer Gedanken über die von ihnen produzierten Abfallberge machten, sondern auch Senioren, die sich beim Einkauf in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen: Das Shopping im Bulk Market sei wie Einkaufen nach dem Krieg, nur ohne Essensmarken, meinen die älteren Herrschaften. Damals kam man auch problemlos ohne Plastikverpackungen aus, die Kunden brachten ihre eigenen Gefäße mit oder kauften Nahrungsmittel im Glas oder in Papier gewickelt. In Caldironis Laden gibt es aktuell mehr als 300 Produkte von Gemüse über Gewürze bis hin zu Nudeln und frisch gebackenem Brot. Zusätzlich befinden sich auch nachhaltige Non-Food-Artikel im Angebot wie Bambus Zahnbürsten und papierumwickeltes Toilettenpapier.

Auch Hülsenfrüchte gibt es abfallfrei.

Vermeiden, reduzieren, wiedererwenden, recyclen und kompostieren

Ein weiterer Clou an diesem Projekt: Nirgendwo erscheinen Markennamen oder Logos, außer den Produkten selbst gibt es rein gar nichts, was die Kunden zum Kauf animiert! Die Artikel selbst stammen von lokalen Anbietern, zum Beispiel aus Bauernhofkommunen oder anderen Kooperativen. Dabei entfallen nicht nur lange Anfahrtswege, sondern auch aufwändige Transportverpackungen. Die Leitprinzipien des Bulk Markets lauten: vermeiden, reduzieren, wiederverwenden, recyclen und kompostieren. Für die Zukunft wünscht sich Caldironi noch eine moderne Kompostieranlage, die ihre Kunden dazu nutzen können, Biomüll zu entsorgen, um anschließend frischen Humus zu entnehmen. Und gern hätte sie noch einen Bienenstock hinter gläsernen Wänden, mit Blick auf die fleißigen Insekten, die echten Londoner Honig produzieren. Per Crowfunding sucht sie Unterstützung für ihr Vorzeigeprojekt, damit sie für ihr Pop-Up-Geschäft ein festes Ladenlokal anmieten kann.

Quelle: treehugger.com