Großen Marken wird immer wieder einmal vorgeworfen, dass Verbraucher vor allem für den guten Ruf des Unternehmens zahlen – die Produkte selbst aber eigentlich auch viel günstiger angeboten werden könnten. Ein immer wieder diskutiertes Beispiel ist das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, das von Adidas produziert und verkauft wird: Die Kosten für Produktion und Lieferung belaufen sich auf 8,23 Euro, im Laden zahlt der Fan aber stolze 85 Euro. Schon länger liegt der Verdacht nahe, dass dies bei Produkten von Apple nicht viel anders aussieht. Auch wenn der Vergleich zwischen Produktionskosten und Verkaufspreis natürlich nicht ganz fair ist, weil ja noch zahlreiche andere Kostenfaktoren eingepreist werden müssen – von Steuern über Entwicklungskosten bis hin zum Kundenservice.


Foto: Scotty Allen

Die Einzelteile wurden in Shenzhen einzeln eingekauft

Scotty Allen ist Ingenieur, liebt Gadgets und ist in seiner Freizeit auch als Hacker aktiv. In einer geselligen Bierrunde mit Freunden hatte er schließlich eine verrückte Idee: Er fragte sich, ob es wohl möglich ist, sich selbst ein iPhone zusammenzubauen. Inzwischen sagt der Ingenieur überzeugt: „Ja, absolut. Es ist nicht einmal so schwer. Das größte Hindernis ist die Sprache.“ Damit spielt Allen auf die Tatsache an, dass Apple seine Produkte in Asien fertigen lässt – und dementsprechend auch dort die Einzelteile gekauft werden mussten. Allen hatte in diesem Zusammenhang aber einen großen Vorteil: Er lebte ohnehin die Hälfte des Jahres in der chinesischen Stadt Shenzhen.

Teilweise mussten Experten zu Rate gezogen werden

Diese verfügt über zahlreiche – teilweise chaotische – Elektronikmärkte, auf denen so gut wie alles angeboten wird. Allen machte sich also auf den Weg und kaufte sich Teil für Teil sein eigenes iPhone zusammen. Drei Monate später war das Projekt dann tatsächlich abgeschlossen: Für Materialkosten von 300 Dollar hatte Allen sich ein iPhone S6 mit 16 GB Speicherplatz und dem Betriebssystem iOS 9 zusammengebastelt. Allerdings lagen seine Kosten insgesamt etwas höher. Denn teilweise stieß er an seine technischen Grenzen und musste dann Experten um Hilfe bitten und entsprechend entlohnen. Dennoch hat sich das Projekt für Allen gelohnt: Er hat eine Menge über Smartphones, den chinesischen Handy- und Elektronikmarkt sowie über den Aufbau von Elektronikprodukten im Allgemeinen gelernt.


Via: Popsci

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