Es sind zwei Phänomene, die auf den ersten Blick nur indirekt miteinander zu tun haben: Aufgrund des massenhaften Einsatzes der so genannten Fracking-Technik ist die Öl- und Gasproduktion der Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Gleichzeitig leiden Teile der USA unter enormer Trockenheit und sind zum Wassersparen gezwungen. Zuletzt berichteten wir über eine Bewegung, die mit Hilfe von Gummi-Backsteinen im Spülkasten der Toilette den Wasserverbrauch senken möchte. Forscher des „Massachusetts Insitute of Technology“ wählten einen anderen Ansatz: Sie entwickelten eine Methode, das beim Fracking genutzte Wasser wieder aufzubereiten und so den Verbrauch von Frischwasser massiv zu senken.


Texas hat Öl und Gas – braucht aber Frischwasser

Von besonderer Bedeutung könnte dies für Staaten wie Texas sein, die einerseits enorm vom Fracking-Boom profitieren – andererseits aber auch unter einer Dürre leiden und eigentlich kein Wasser verschwenden können. Beim Fracking wird, vereinfacht ausgedrückt, Wasser unter hohem Druck in Gesteinsformationen unter der Erde gepresst. Dadurch werden diese aufgebrochen und die Förderung von Öl- und Gasvorkommen wird ermöglicht. Das Problem dabei: Das Wasser wird zuvor mit Chemikalien versetzt, kommt zusätzlich mit Öl und Gas in Kontakt und ist zudem anschließend extrem salzig. Die Wiederaufbereitung zu Trinkwasser ist deswegen extrem aufwendig.

Fracking Elektrodialyse
Wasserkreislauf wird beim Fracking durch Elektrodialyse geschlossen via http://newsoffice.mit.edu

Elektrodialyse wird eigentlich für weniger salziges Wasser genutzt

Die jetzt präsentierte Methode möchte daher auch gar kein Trinkwasser produzieren. Vielmehr soll der Salzgehalt – der in etwa bei dem drei bis sechsfachen von Meereswasser liegt – soweit gesenkt werden, dass das Wasser zwar nicht getrunken werden kann, aber erneut zum Aufbrechen der Gesteinsschichten nutzbar ist. Bei der Elektrodialyse handelt es sich um ein Membranverfahren, bei dem elektrischer Strom genutzt wird, um Salze aus dem Wasser zu lösen und auszuscheiden. Diese Methode ist schon länger bekannt – bisher kam lediglich noch niemand auf die Idee, diese zu Nutzen um so stark versalzenes Wasser zu reinigen. Die ersten Tests allerdings deuten auf eine Wirksamkeit des Verfahrens auch bei Fracking-Wasser hin.


Problematisch ist allerdings die Verunreinigung des Wassers durch Chemikalien. Dadurch könnte es zu einer Beschädigung der Membran bei der Elektrodialyse kommen. Bevor also die eigentliche Entsalzung stattfindet, müssten herkömmliche Filter zum Einsatz kommen, um das Wasser zu reinigen. Alles in allem soll diese Methode der Wasseraufbereitung aber deutlich günstiger als bisher bekannte – und nicht umgesetzte – Methoden. Ein weiterer Vorteil der Elektrodialyse ist, dass man den Salzgehalt des aufbereiteten Wassers relativ exakt festlegen kann.

Das Ziel: Ein geschlossener Kreislauf

Durch Untersuchungen ließe sich so beispielsweise feststellen, welcher Salzgehalt des Wassers beim Fracking noch tolerabel ist – und anschließend das Wasser auch nur bis zu diesem Wert wiederaufbereiten. Dies ist effizienter, als zunächst wieder Trinkwasser herzustellen, nur um dieses dann wieder unter die Erde zu pumpen. Großes Ziel der Forscher ist es, den Wasserkreislauf beim Fracking zu schließen. Sprich: Nur zu Beginn käme einmal Frischwasser zum Einsatz, anschließend würde dieses immer wieder aufbereitet und erneut genutzt. So ließe sich nicht nur der Verbrauch von Frischwasser reduzieren, sondern auch die Menge an verschmutztem Wasser, das nach Abschluss der Bohrungen übrig bleibt, würde sich verringern. Zunächst allerding muss die Methode nun in größerem Rahmen getestet werden, bevor sie tatsächlich industriell zum Einsatz kommen kann.

Quelle: Newsoffice

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