China ist weltweit der größte Verursacher von CO2-Emissionen. Und das ist nicht nur der enormen Größe des Landes geschuldet. Auch bei den Emissionen pro Kopf liegt das Reich der Mitte vorne. Gleichzeitig ist China aber auch sehr bemüht, diese Problematik in den Griff zu bekommen. So erzwingen strenge Gesetze und Subventionen beispielsweise einen schnellen Wandel in Sachen Elektromobilität.


Die chinesische Regierung forciert den Wandel

Die CES 2018 ist seit einigen Jahren nicht nur eine Messe für Unterhaltungselektronik. Auf ihr werden auch die neuesten Errungenschaften in Sachen Elektromobilität vorgestellt. Im Mittelpunkt diesbezüglich stand dieses Jahr eine chinesische Firma: Das Start-up Byton möchte mit großen Konzernen wie Mercedes, BMW und Audi konkurrieren und hat bereits Manager und Entwickler von Tesla, Apple und Google abgeworben. Nächstes Jahr möchte Byton in China für umgerechnet etwa 45.000 US-Dollar einen Elektro-SUV auf den Markt bringen, der ab 2020 dann weltweit verkauft werden soll.


China hat einen echten Turbostaat in Sachen Elektromobilität hingelegt. Es ist noch nicht allzu lange her, dass Elektroautos dort eher ein Nischendasein fristeten. Den Chinesen war, trotz erklärtem Willen der Regierung, die Zahl der Elektroautos deutlich zu erhöhen, ein PS-starker Motor wichtiger als der Umwelteinfluss ihres Autos. Für die Autohersteller gab es dann natürlich nicht viel Anlass, das Fahrzeugangebot zu ändern.

Die chinesische Regierung macht nun aber erst. Seit dem 01.01.2018 ist die Produktion von insgesamt 553 Automodellen in China verboten, da sie zu viel Benzin verbrauchen und nicht in das Umweltkonzept der Regierung passen.

Schon vorher ließ die Regierung landesweit Zehntausende Ladestationen errichten. In Städten wie Peking und Shanghai ist es inzwischen quasi unmöglich, Benziner neu zuzulassen.

Die Strategie geht auf

Und die Strategie der chinesischen Regierung trägt Früchte. Mehr als die Hälfte des Weltmarktes für Elektroautos fällt derzeit auf China. Im vergangenen Jahr wurden bis November 609.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge an chinesische Käufer verkauft – das entspricht einer Steigerung um etwa 50 Prozent gegenüber des Vorjahres.

Erklärtes Ziel der Regierung in Peking ist es aber, dass bis 2020 mindestens fünf Millionen Elektroautos in China zugelassen sind. Derzeit dürften es mehr 700.000 sein, es ist also noch viel zu tun. Dafür möchte China eine Produktionsquote einführen, die vorschreibt, dass ab 2019 25 Prozent der in China produzierten Autos Elektroautos sein müssen. Wenn ein Hersteller dies nicht leistet, muss er in einer Art Ausgleichssystem Punkte von Herstellern kaufen, die die Quote übertreffen.

Die Hersteller müssen folgen

China ist der global größte und wachstumsstärkste Automarkt – und das seit Jahren. Der Versuch, mit eigenen Autos mit Otto- oder Dieselmotor weltweit Marktführer zu werden, haben chinesische Unternehmen sowie die Regierung inzwischen aber aufgegeben. Das Thema Elektromobilität jedoch sorgt für neue Chancen. China ist inzwischen auch der größte Produktionsort für Autos der Welt und hat entsprechend viel Macht, eigene Standards durchzusetzen.

Auch die deutschen Autohersteller geraten so unter Druck. VW etwa lehnte die Pläne bezüglich einer Elektroauto-Quote anfangs ab, begrüßt sie nun aber. In den kommenden 10 Jahren will der Konzern aus Wolfsburg gemeinsam mit chinesischen Partnern 10 Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren. Das soll ermöglichen, bis 2025 etwa 40 Fahrzeugmodelle in einer Variante mit Elektroantrieb zu produzieren.

Der chinesische Weg mag zwar erfolgversprechend sein, er eignet sich aber nur bedingt für Länder wie Deutschland. Die Marktmacht der Autoindustrie hierzulande ist schlicht zu gering, um industriepolitisch derartig schnelle Veränderungen zu ermöglichen. Außerdem sind Verbrennermotoren im Bewusstsein der Deutschen tief verankert, die Bundesregierung würde sich also schwer tun, derart stark regulierend einzugreifen.

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