Bei neuen Technologien sind oft innerhalb kürzester Zeit enorme Entwicklungssprünge möglich. Der Unternehmer Elon Musk hat daher die „Hyperloop Pod Competition“ ins Leben gerufen. In diesem Wettbewerb treten Teams aus aller Welt mit ihren Entwürfen von Transportkapseln für die Vakuumröhre gegeneinander an. In der ersten Runde Ende Januar ging es um das beste Design. Damals konnte das Team der „Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR)“ der TU München zwar nicht gewinnen, aber einen Achtungserfolg erringen: Ihre Kapsel war nicht nur die schnellste, sondern auch die einzige, die die komplette Teststrecke absolvierte. Die Geschwindigkeit von 94 Stundenkilometern war allerdings noch weit von den angepeilten mehr als 1.000 Km/h entfernt.


Die Kapsel mit Elektroantrieb war mit Abstand am schnellsten. Foto: Team WARR

Mit 324 Stundenkilometern zum Sieg

In der zweiten Ausgabe des Wettbewerbs ging es nun rein um die schnellste Transportkapsel. Dabei ist den Münchener Studenten eine beeindruckende Weiterentwicklung gelungen. Ihre mit einem 50 Kilowatt starken Elektroantrieb ausgestattete Kapsel erreichte in der 1,25 Kilometer langen Röhre eine Geschwindigkeit von 324 Stundenkilometern. Dies war mit Abstand der schnellste Wert aller Wettbewerber. Pech hatte allerdings die Mannschaft der Universität Emden/Leer. Diese hatte sich in der Vorrunde eigentlich als eines von sieben Teams für die Finalrunde qualifiziert. Aufgrund technischer Probleme konnten dort dann aber nur drei Teams starten. Das Konzept des zweiten deutschen Teilnehmers scheint aber Potential zu besitzen. In der Qualifikationsrunde lagen die norddeutschen Studenten nur knapp hinter dem späteren Sieger.

Im Finale standen sich drei verschiedene Antriebstechniken gegenüber

Bei den drei Finalteams ließen sich zudem verschiedene Ansätze für den Antrieb beobachten. So setzte das Team Swissloop der TU Zürich auf ein angepasstes Stahltriebwerk – kam aber nur auf eine Spitzengeschwindigkeit von vierzig Stundenkilometern. Die nordamerikanische Mannschaft der Northeastern University und der Memorial University of Newfoundland nutzte hingegen ein Luftkissen unterhalb der Kapsel. Das Konzept war aber noch nicht voll tragfähig: Der Pod blieb während der Finalfahrt einfach liegen. Zuvor war aber immerhin die Schwelle von 100 Km/h überschritten worden. Letztlich erwies sich der Münchener Elektroantrieb aber als die zurzeit mit Abstand schnellste Alternative. Elon Musk gratulierte den Studenten daher auch umgehend auf Twitter. Die Zukunft des Wettbewerbs ist allerdings noch unklar. Denn zuletzt war vermeldet worden, Musk wolle nun doch selbst einen Hyperloop bauen.


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