Forscher der McGill Universität in Montreal haben herausgefunden, weshalb Menschen sehr oft wenig Einfühlungsvermögen für Fremde haben. Demnach ist der normale Stress beim Kennenlernen und dem Kontaktaufbau mit anderen Menschen dafür verantwortlich. Mithilfe ganz einfacher Mittel kann dieser jedoch abgebaut werden. Dies meldet die Zeitschrift „Current Biology“ in einem aktuellen Beitrag, der sich auf die Forscher aus Kanada bezieht.


Stress

Bei Tests mit Mäusen konnte festgestellt werden, dass diese auf Schmerzen reagieren, die anderen Mäusen zugefügt wurden. Doch diese Reaktion ist nur bemerkbar, wenn die Mäuse miteinander in einem Käfig gelebt haben. Bei fremden Mäusen zeigten andere Tiere wiederum keine Reaktion. Wurde den Mäusen jedoch das Stress abbauende Hormon Metyrapon zugefügt, dann zeigen die Mäuse auch bei fremden Artgenossen empathische Reaktionen. Die Forscher begründen dies damit, dass der Stress das Einfühlungsvermögen belastet.


Tests mit Menschen

Um beweisen zu können, dass diese Theorie auch auf Menschen zutrifft, wurden Studenten zu einem Test eingeladen. Die Probanden mussten dabei ihre Hand in Eiswasser tauchen. War ein Freund mit dabei, so erlebten die Studenten den Schmerz stärker als bei der Anwesenheit fremder Menschen. Das Zeichen von Empathie wurde demnach auch hier nachgewiesen. Die Empathie der Studienteilnehmer stieg allerdings wieder, sobald den Studenten Metyrapon verabreicht wurde. Doch dieses Mittel ist nicht zwingend notwendig, um Stress abbauen zu können. In einem weiteren Test konnte nämlich bei vielen Studenten festgestellt werden, dass bereits 15 Minuten miteinander Computerspielen ausreichen, um das Einfühlungsvermögen zu verbessern.

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