Laut vorab veröffentlichten Ergebnissen einer Studie der Universität Stanford liegt es absolut im Bereich des Möglichen, dass Deutschland und die anderen G7-Staaten im Jahr 2050 ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Energien decken kann, so berichtet der gemeinnützige Verein Germanwatch. Und es geht hierbei nicht um ein abstraktes Gedankenspiel: Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Stanford hat eine detaillierte Untersuchung vorgelegt, die sich mit dem Energiebedarf und dessen Deckung in den G7-Staaten befassen.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC BY-SA 2.0

Globale Gemeinschaft will Klimaänderungen beenden

Unser Klima ändert sich. Das steht nahezu außer Zweifel. Diskutiert wird hingegen, ob der vorliegende Klimawandel eine anthropologische Komponente hat der nicht. Mit anderen Worten: Haben wir als menschliche Art einen Einfluss auf das globale Klima. Die internationale Gemeinschaft scheint zumindest kein Risiko eingehen zu wollen. Sie beschloss, den globalen Temperaturanstieg auf höchstens zwei Grad Celsius gegenüber den Durchschnittstemperaturen vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen.

Nach Angaben des Weltklimarats IPCC muss dazu bis 2020 ein Scheitelpunkt in den Emissionen von klimagefährdenden Stoffen erreicht sein. Bis 2050 schließlich muss der Wert von 2020 um 50 bis 70 Prozent gesenkt werden. Oberste Priorität haben dabei die Emissionen von CO2. Diese müssen noch schneller sinken, was am einfachsten durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe erreicht werden – oder zumindest durch das Senken des Verbrauchs. Die Lösung liegt in den Augen des IPCC also in einer weltweiten Energiewende: Weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbarer Energie. Mit anderen Worten: In den nächsten 35 Jahren müssen die G7-Staaten ihr Energieprofil komplett auf den Kopf stellen. Denn schließlich tragen wir als Gemeinschaft aufgrund unsere Emissionsgeschichte seit der industriellen Revolution eine besondere Verantwortung.


Über die Erreichbarkeit: Deutschland frei von fossilen Brennstoffen?

Sind diese ambitionierten Pläne umsetzbar? Immerhin basiert ein Großteil unseres Verkehrssystems, ganz zu schweigen von der Industrie, auf fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Erdgas. Um es kurz zu machen: Wenn es nach einem Team rund um Prof. Mark Jacobson von der Universität Stanford geht, ist das Ziel zumindest für die Gemeinschaft der G7-Staaten erreichbar. Deutschland deckt bereits heute knapp 28 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien, aber auch für Länder wie Japan und die USA ist ein Umschwung möglich.

Grafik: The Solutions Project
Grafik: The Solutions Project

Das Team hat bereits vor einiger Zeit die Möglichkeiten der USA untersucht, auf erneuerbare Energien zu verzichten. Mehr noch, die Wissenschaftler machten in Zusammenarbeit mit dem Solutions Project sogar konkrete Vorschläge, wie dieses Ziel zu erreichen wäre.

Auch Greenpeace Deutschland ist der Meinung, dass mit Hilfe von dezentraler Energieversorgung, also der Erzeugung von Energie nahe am Verbrauchsort, bis 2050 eine umfassende Energiewende erfolgen kann.

Um der Verantwortung gerecht zu werden, die die führenden Industrienationen dieser Welt tragen, muss nicht nur ein Wandel der Technologie und Infrastruktur ermöglicht werden. Es muss vor allem auch ein politischer Wandel stattfinden. Des weiteren müssen die ambitionierten Ziele global verfolgt werden. Es reicht nicht aus, wenn die G7-Staaten und andere Industrieländer auf saubere Energie setzen, während in Entwicklungs- und Schwellenländern auch weiter CO2 von veralteten Tecchnologien in die Atmosphäre geblasen wird.

Eine glaubwürdige Rolle im globalen Umdenken kann die Bundesrepublik Deutschland aber nur dann einnehmen, wenn wir bei uns selber anfangen. Das hieße vorerst, das gesetzte Ziel von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020 zu erreichen.

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