Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werden das 32. Land sein, das Kernkraftwerke betreibt. Der erste von vier 1400-Megawatt-Blöcken in Barakah ist jetzt fertiggestellt. Das teilt die World Nuclear Association (WNA). Nach umfassenden Funktionstests aller Komponenten wird die Ablage 2018 den ersten Strom liefern. Der Standort befindet sich am Persischen Golf rund 50 Kilometer entfernt von der Stadt Ruweis.


Der ARP-1400 ist eine Eigenentwicklung der südkoreanischen Industrie. Seit wenigen Monaten läuft der erste Block Shin Kori 3 in Südkorea. Mit den Blöcken in den VAE ist es Südkorea erstmals gelungen, ein Kernkraftwerk zu exportieren. Es wurde in beispiellos kurzer Zeit fertiggestellt. Der Bau begann im Jahr 2012. Viele Kerrnkraftwerke, die Konkurrenzunternehmen wie die französische Areva bauen, benötigen eine weit längere Bauzeit.


Erdgasvorräte sollen geschont werden

Wenn alle Blöcke fertig sind liefern sie 25 Prozent des Stroms, den das Sechs-Millionen-Einwohner-Land benötigt. Bisher verlässt sich das Land auf Kraftwerke, die mit Erdgas aus dem eigenen Untergrund betrieben werden. Die Kernkraftwerke sollen diese Vorräte schonen, weil sie sich lukrativer verkaufen lassen. Zudem sollen sie die Emissionen an Kohlendioxid mindern, so die WNA.

Der APR-1400 ist ein Druckwasserreaktor, so genannt, weil im Reaktorgefäß ein so hoher Druck herrscht, dass das auf mehr als 300 bar aufgeheizte Wasser nicht verdampft. Es fließt kontinuierlich in zwei Dampferzeuger, in denen es seine Wärmeenergie an einen zweiten Kreislauf abgibt: Es entsteht Dampf, der in zwei Turbogeneratoren in Strom umgewandelt wird. Diese stehen in der Turbinenhalle, die hermetisch vom Reaktorgebäude abgeriegelt ist.

Sicherheit verzehnfacht

Der Reaktor ist auf eine Lebenszeit von 60 Jahren ausgelegt. Seine Sicherheitssysteme reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass sich schwere Unfälle ereignen, um das Zehnfache, verglichen mit dem Vorgängermodell, sagen die Hersteller. Da sich der Reaktorbehälter unterhalb der Dampferzeuger befindet wird der Reaktorkern zumindest teilweise durch Naturumlauf gekühlt, sollte sich ein Unfall ereignen.

Bisher gibt es im Nahen Osten lediglich ein Kernkraftwerk. Die iranische Anlage Bushir oder Buschehr liegt ebenfalls am Persischen Golf.

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2 Kommentare

  1. AE

    11. Mai 2017 at 10:17

    Unverständlich! Die haben so viel Sonne, und könnten sehr einfach und ökologisch Energie aus Solaranlagen gewinnen. Die Entscheidung in den Emiraten jetzt auf Atomenergie zu setzen, bedeutet dann ein weiterer potentieller Gefahrenstandort mit einer unsauberen und sehr gefährlichen Energiegewinnung.
    Fukushima hat anscheinend wohl noch nicht gereicht, denn es werden ständig und überall neue Kernkraftwerke errichtet!

  2. Gustav Wehner

    11. Mai 2017 at 22:40

    Ich hoffe, dass die ungewöhnlich kurze Bauzeit nicht Pfusch am Bau bedeutet.

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