In Zeiten der grünen Energiewende ist es ein herber Rückschlag, wenn die dreckigen Kohlekraftwerke weiterhin rund um die Uhr ihre Arbeiten aufnehmen. Strom aus Jahrzehnte alten Braunkohlekraftwerken ist schließlich billig und wird daher stets bevorzugt. Die geringen Produktionskosten sorgen regelmäßig dafür, dass umweltschonendere Lösungen, wie etwa moderne und deutlich weniger CO2 ausstoßende Gasturbinenwerke, in die Pleite getrieben werden.


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Betreiber moderner Gaskraftwerke müssen passen

Wenn wir die Strom und Gaspreise ‏beispielsweise auf Seiten wie wechseln.de vergleichen, stellen wir regelmäßig deutliche Preisunterschiede fest. Darüber hinaus ist auch der durchschnittliche Preis für Energie in den letzten zehn Jahren um bis zu 50 Prozent gestiegen. Dass die Energiewende billig ist und am Ende wirtschaftliche Vorteile winken, ist dem Oxford-Ökonom Dieter Helm zufolge absoluter Schwachsinn. Trotz der steigenden Kosten sei es jedoch sehr wichtig weiterhin Maßnahmen einzuleiten, die den Klimawandel aufhalten.


So lange Solar,-Wasser und Windstrom jedoch noch nicht ausreichend verfügbar ist um Kohle und Gaswerke gänzlich ersetzen zu können, gilt es nach umweltfreundlicheren Übergangslösungen zu suchen. Experten sehen bei dem weiteren Betrieb der günstigeren Braunkohlekraftwerke vermehrt die Gefahr, dass die Entwicklungen im Hinblick auf eine grünere Zukunft stagnieren.

„Unser Gasturbinenkraftwerk kann – wie andere hochmoderne Kraftwerke auch – derzeit nicht wirtschaftlich betrieben werden“, sagte HSE-Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff-Hertwig. Im Gespräch ist die Schließung des nagelneuen und umweltfreundlichen HSE-Gaskraftwerks in Darmstadt, welches bisher nur 20 Stunden am Netz war und 55 Millionen Euro kostete. Als Grund wird der konkurrenzlos billige Strom, teilweise ausgedienter allerdings rund um die Uhr laufender Braunkohlekraftwerke, angeführt. Auch das Gaskraftwerk in Irsching, welches bisher als weltweit modernste Anlage gehandelt wird, könnte unter Umständen bald wieder schließen. Hier spielt ebenfalls die mangelnde Wirtschaftlichkeit eine tragende Rolle. „Wir müssen uns in Deutschland entscheiden, ob der Kraftwerkspark der Zukunft aus CO2-armen Gaskraftwerken oder aus zum Teil über 50 Jahre alten Kohlekraftwerken bestehen soll“, wird die HSE-Chefin bei hr-online weiter zitiert. Es werden daher Forderungen nach Klimaschutzabgaben für Braunkohle-Kraftwerke laut. Die Vorgehensweise seitens der Politik und der Bundesnetzagentur, die als Regulierungsbehörden tätig ist, werden in Zukunft mit Spannung erwartet.

Stromkonzerne sollen angemessene Vergütung für Ausfälle erhalten

Mit der Zunahme der Stromabdeckung mit Erneuerbarer Energie, wird auch der Ausgleich von Angebot und Nachfrage in den Stromnetzen zunehmend komplizierter. Ökostrom ist bei starkem Sonnenschein oder Sturm teilweise plötzlich und unerwartet stark auf dem Markt. Das wiederum hat zur Folge, dass die Betreiber von Gas- und Kohlekraftwerken schnell reagieren und die Anlagen herunterfahren müssen. Auf den Ausfällen bleiben die Betreiber zunächst sitzen.

Für das kurzfristige Hoch- oder Herunterfahren von Kraftwerken zur Sicherung der Stromnetzstabilität sollen Deutschlands Stromkonzerne einem aktuellen Urteil des Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf zufolge allerdings in Zukunft eine angemessene Entschädigung erhalten. Wie hoch die Entschädigung ist, lässt das Gericht offen. Die Kosten trägt am Ende jedoch der Verbraucher.

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