Kohlekraftwerke sind oftmals die auf den ersten Blick preiswerteste Form der Stromerzeugung. Sie bringen aber auch erhebliche Nachteile mit sich. Denn zum einen sind die dabei entstehenden Schadstoffe eine der Ursachen für die zunehmende Luftverschmutzung. Diese wird weltweit für rund 6,5 Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich gemacht. Zum anderen gilt die Kohle auch als Klimakiller – sie verursacht also erhebliche CO2-Emissionen. Inzwischen scheint daher bei vielen Regierungen ein Umdenken stattzufinden: Nach Angaben der Organisation „Coalswarm“ ist die Zahl der weltweit geplanten Kohlekraftwerke massiv zurückgegangen. Die Experten bringen dies vor allem mit der Weltklimakonferenz von Paris und den dort eingegangen Verpflichtungen in Zusammenhang.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Insbesondere China und Indien planen weniger Kohlekraftwerke

In konkreten Zahlen bedeutet dies: Noch im Januar wurden weltweit Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 1.090 Gigawatt geplant – inzwischen ist dieser Wert aber auf nur noch 932 Gigawatt gesunken. Wie erheblich dieser Rückgang ist, zeigt der Blick auf eine andere Zahl: Die Kapazität aller Kohlekraftwerke in der Europäischen Union liegt ebenfalls bei rund 158 Gigawatt. Vor allem China und Indien scheinen dabei einen Wandel in der Energiepolitik eingeleitet zu haben: So wurden in China Kohleprojekte mit einem Volumen von 114 Gigawatt gestrichen. Indien kommt immerhin auf einen Wert von 40 Gigawatt an nicht mehr verfolgten Kraftwerksplänen. Beide Länder bilden allerdings  – gemeinsam mit den Vereinigten Staaten – noch immer die Top drei der Länder mit den höchsten Kapazitäten an Kohlekraftwerken.

Noch kein konkreter Fahrplan für den Abbau klimaschädlicher Subventionen

China wollte beim G-20-Gipfel nun sogar noch einen Schritt weiter gehen und einen konkreten Fahrplan zum Abbau aller Subventionen für fossile Energieträger beschließen – ähnlich wie es die G7 in der Vergangenheit bereits gemacht haben. Dies ging der indischen Regierung dann aber doch zu weit. Daher ist im Abschlussdokument nun zwar von einem geplanten Subventionsabbau die Rede – ein konkreter Terminplan ist aber nicht enthalten. Noch immer sind zudem zu viele Kohlekraftwerke in Planung, um die Klimaziele von Paris tatsächlich zu erreichen. Der Trend des ersten Halbjahres deutet allerdings darauf hin, dass zumindest die Regierungen in Peking und Neu Delhi dies verstanden haben und zukünftig auf andere Energieträger setzen möchten.


Via: Desmog

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.